Wien verzeichnet unter SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig ein höheres Defizit als alle anderen Bundesländer zusammen. Die Zahlen werfen Fragen zur Haushaltspolitik der Bundeshauptstadt auf – und erhöhen den Druck auf die Stadtregierung, gegenzusteuern.

Aktuelle Schulden enorm

Der Gesamtschuldenstand der Bundeshauptstadt liegt bei fast 15 Milliarden Euro, während das Budgetdefizit nach neuesten Prognosen bei 2,84 Milliarden Euro liegt. Im Bundesländervergleich liegt Wien bei der Pro-Kopf-Verschuldung zwar weiterhin im unteren Bereich, aber die Verbindlichkeiten der Stadt haben sich in den vergangenen Jahren massiv erhöht. Um die finanzielle Schieflage in den Griff zu bekommen, hat Wien zuletzt Gebührenerhöhungen umgesetzt und Ausgaben gekürzt. Die Frage, ob die Stadt durch diese hohe Verschuldung in eine Pleite rutschen könnte, wird von Experten unterschiedlich bewertet: Einerseits gibt es große Besorgnis über die Geschwindigkeit, mit der die Schulden wachsen, andererseits wird die Verwaltung durch die starke eigene Wirtschaftskraft und das Steueraufkommen als handlungsfähig beschrieben.

Höchste Neuverschuldung aller Zeiten – ÖVP schlägt Alarm

Der heute präsentierte Rechnungsabschluss 2025 bestätigt aus Sicht der Wiener Volkspartei die massive finanzielle Schieflage der Stadt Wien. Das Defizit mit 2,84 Milliarden Euro sowie die Neuverschuldung von 2,43 Milliarden Euro liegen über dem ursprünglich veranschlagten Wert. Damit bewahrheiten sich die Warnungen der Wiener Volkspartei und es handelt sich um die höchste Neuverschuldung aller Zeiten. „Die rot-pinke Stadtregierung hat die finanzielle Lage Wiens nicht im Griff. Statt echter Reformen und Einsparungen gibt es weiterhin neue Schulden in Milliardenhöhe“, so der Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, Markus Figl in einer ersten Reaktion.

Dominik Nepp: Wien braucht einen Kurswechsel

„Dieser Rechnungsabschluss ist kein Erfolg, sondern ein erneutes Aufzeigen der wirtschaftlichen Unfähigkeit der rot-pinken Stadtregierung“, erklärte FPÖ-Wien-Chef Stadtrat Dominik Nepp angesichts der aktuellen Budgetzahlen der Stadt Wien. So liegt das Defizit mit 2,84 Milliarden Euro und einer Neuverschuldung von 2,43 Milliarden Euro deutlich über dem ursprünglich prognostizierten Zahlen. Trotz massiver Belastungen für die Bevölkerung sowie der Auflösung von Rücklagen steht Wien weiterhin vor einem gigantischen Schuldenberg von mittlerweile rund 14,4 Milliarden Euro. „Die Bürger mehr und mehr zu belasten, ist keine Konsolidierungspolitik. Die Wiener werden mit höheren Gebühren, Tarifen und Abgaben zur Kasse gebeten, während SPÖ und NEOS gleichzeitig munter neue Schulden anhäufen“, kritisiert Nepp. Die Stadtregierung versucht so, ein Milliardenminus als Erfolg zu verkaufen, obwohl Wien weiterhin Jahr für Jahr tiefrote Zahlen schreibt.