Wien ist eine der schönsten Städte der Welt. Die Stadt gehört zu den Orten mit der weltweit besten Lebensqualität und verfügt über zahlreiche Attraktionen wie die Lippizaner, Schloss Schönbrunn oder der Wiener Prater mit seinem Riesenrad. Doch nun plant Wien einen Taxen-Hammer.
Eine Preissteigerung um unfassbare 166 Prozent
Die Wiener Ortstaxe soll von 3,2 auf 8,5 Prozent steigen. Ein Anstieg um 166 Prozent! Wichtig zu wissen: In Wien wird die Ortstaxe nicht als fixer Betrag pro Nacht, sondern prozentual zum Netto-Zimmerpreis berechnet. Steigende Zimmerpreise erhöhen also die Steuerbelastung automatisch. Zum Beispiel: Bei einem Zimmerpreis von 150 Euro netto würde sich die Ortstaxe von bisher 4.80 Euro auf künftig 12.75 Euro pro Nacht erhöhen. Bei mehreren Tagen Aufenthalt ein immens hoher Zusatzbetrag, gerade in Zeiten wie diesen. Die neue Regel soll schon bald in Kraft treten. Genau wann, ist aber noch unklar: Während einige Quellen von einem Start am 1. Dezember 2026 sprechen, ist in anderen vom Jahr 2027 die Rede.
Was soll diese drastische Erhöhung?
Die Stadt Wien steht unter erheblichem finanziellen Druck: Das erwartete Defizit für 2026 wurde auf bis zu 3,9 Milliarden Euro geschätzt. Die Erhöhung der Touristentaxe soll neue Einnahmen generieren, die Wien insbesondere im Verkehrs- und Infrastrukturbereich einsetzen will.
Die Wirtschaftskammer und der Tourismusverband üben Kritik
Die Wirtschaftskammer Wien (WKW) kritisiert die geplante Erhöhung. WKW-Präsident Walter Ruck sagt: „Die Funktion einer Gebühr ist es, die anfallenden Kosten zu decken, und nicht die Budgetlücken.“
Auch die österreichische Tourismusindustrie kritisiert das Vorhaben. Sie fürchtet, die prozentuale Berechnung in Kombination mit den ohnehin hohen Wiener Hotelzimmerpreisen werde zu einer überdurchschnittlichen finanziellen Belastung von Touristen führen, was weiters einen wahrscheinlichen Rückgang der Touristen nach sich ziehen würde.
Wien reiht sich bei der Taxenerhöhung in prominente Riege europäischer Städte. Paris, Amsterdam, Barcelona oder Lissabon beispielsweise haben in den letzten drei Jahren allesamt die t ouristischen Übernachtungsabgaben deutlich erhöht. Meist wurde die Instandhaltung, verbunden mit der hohen Belastung durch Touristen, als Grund dafür zitiert. Bei Wien geht es aber weniger um Overtourismus und mehr um ein Loch in der Stadtkasse.

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