Enkelin erhebt schwere Vorwürfe

Die Enkeltochter des Verstorbenen spricht von einer langen Vorgeschichte. Über Monate hinweg habe sie Probleme mit dem zugeteilten Fahrer dokumentiert und sich mehrfach beschwert. Ihr Großvater sei teils „schlecht“ und „menschenunwürdig“ behandelt worden.

Zu den Vorwürfen zählen:

lange Umwege und stundenlange Fahrten trotz schwerer Erkrankung,

verspätete Abholungen,

unzureichende Betreuung beim Ein- und Aussteigen,

sowie Situationen, in denen der Senior alleine oder auf der Straßenseite aussteigen musste.

Besonders kritisch sei laut Familie gewesen, dass der Fahrer den Patienten am Unfalltag offenbar nicht ausreichend unterstützt habe.

Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Das betroffene Transportunternehmen zeigte sich über den Todesfall betroffen, widerspricht jedoch den Anschuldigungen. Laut Darstellung der Firma habe der Fahrer gerade den Rollator aus dem Fahrzeug holen wollen, als der Patient eigenständig und entgegen der Anweisung auszusteigen versucht habe. Außerdem betont das Unternehmen, der Pensionist selbst habe sich nie direkt über den Fahrer beschwert. Man kooperiere mit den Behörden und wolle den laufenden Ermittlungen nicht vorgreifen.

Fall landet bei der Justiz

Die Enkelin erstattete mittlerweile Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Unterstützt wird sie dabei von einem Anwalt. Nun wird geprüft, ob Fehler beim Transport oder bei der Betreuung des Patienten vorlagen. Besonders bitter für die Familie: Laut einem internen Schreiben des Unternehmens sollte der Fahrer nach dem Vorfall künftig nicht mehr für den Transport des Seniors eingeteilt werden. Zu diesem Zeitpunkt war der Gesundheitszustand des 83-Jährigen jedoch bereits kritisch.