Der Schauplatz: ein SPAR-Parkplatz in der Geiselbergstraße. Direkt daneben befindet sich eine öffentliche Sammelstelle – praktisch für Anrainer. Doch für einen Wiener wurde genau dieser kurze Stopp zur Kostenfalle.
Erste Tranche mit 440 Euro
Laut der Überwachungsfirma Park & Control soll der Mann an vier verschiedenen Tagen zwischen neun und 23 Minuten auf dem Parkplatz gestanden haben – angeblich außerhalb der erlaubten Nutzungszeiten. Das Resultat: vier Forderungen mit jeweils 110 Euro. Der Betroffene beteuert, er habe lediglich seinen sauber getrennten Müll entsorgt – und vielleicht danach noch kurz geplaudert. Missbrauch? Fehlanzeige, sagt er.
Inkasso-Firma meldete sich auch
Besonders bitter: Die Rechnungen landeten ausgerechnet während seiner Hochzeitsreise im Briefkasten. Und als wäre das nicht genug, verzögerte sich wegen des Konflikts im Iran auch noch sein Rückflug. Während der Wiener im Ausland festsaß, wurde es daheim richtig teuer: Eine Inkassofirma übernahm den Fall – und plötzlich kletterte die Forderung auf unglaubliche 855,20 Euro. „Ich finde eine derart mafiöse Geschäftspraxis erschreckend und hoffe, dass sich das nicht verbreitet”, ärgert sich der Betroffene im Gespräch mit dem Kurier.
SPAR zieht zurück
Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, biss der Wiener schließlich in den sauren Apfel und überwies 404 Euro. Doch dann die überraschende Wende: SPAR zog die Notbremse. Nach Bekanntwerden des Falls kündigte der Konzern „größtmögliche Kulanz“ an – das Geld soll zurückfließen. Und nicht nur das: Die erlaubte Parkdauer außerhalb der Öffnungszeiten wird jetzt von zehn auf 15 Minuten erhöht. Happy End also? Vielleicht. Aber eines dürfte klar sein: Für diesen Wiener war Mülltrennen plötzlich deutlich teurer als jede Restmülltonne.

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