In Warschau spitzt sich die Lage dramatisch zu: Tausende Wildschweine streifen durch die Stadt – jetzt haben die Behörden eine radikale Maßnahme ergriffen. Rund 3000 Tiere sollen gezielt getötet werden. Jäger haben dafür sogar Abschuss-Aufträge erhalten.

Besonders betroffen sind Stadtteile wie Bemowo und Mokotów, wo die Sichtungen zuletzt stark zugenommen haben. Spezielle Einsatzteams reagieren auf Meldungen per App, betäuben die Tiere zunächst mit Betäubungsgewehren und töten sie anschließend mit tödlichen Injektionen.

„Barbarei“

Doch die Aktion sorgt für massive Empörung. Immer wieder werden Wildschweine mitten in Wohngebieten erlegt – sogar auf Spielplätzen. Bilder von Kadavern, die in Mülltonnen entsorgt werden, heizen die Kritik zusätzlich an.

Hunderte Bürger und Tierschützer gingen bereits auf die Straße und protestierten vor dem Rathaus. Eine bekannte Tierärztin spricht von „Barbarei“ und zeigt sich schockiert, dass solche Maßnahmen zugelassen werden.

Die Stadt verteidigt ihr Vorgehen: Die Wildschwein-Population habe ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Allein im März 2026 wurden rund 3000 Tiere gezählt. Die Tiere richten Schäden an, graben Grünflächen um, zerstören Zäune und greifen sogar Hunde an.

Experten sehen mehrere Gründe für die Explosion der Population: mildere Winter, weniger natürliche Feinde und eine zunehmende Gewöhnung der Tiere an den Menschen. Auch Corona-Lockdowns hätten die Ausbreitung begünstigt.