In der Nacht auf Freitag beschmierten Aktivisten des “Widerstandskollektivs Klagenfurt/Celovec” die Schaufenster der Konditorei Zehrer am Alten Platz mit abwaschbarer pinker Kreidefarbe und brachten Protestplakate an.
Auslöser ist der Verkauf einer Süßigkeit mit der historischen Bezeichnung “Negerbrot”. Der Name wird seit Jahren als rassistisch kritisiert und sorgt regelmäßig für heftige Debatten.
Chef bleibt trotz Kritik hart
Geschäftsführer Peter Nimmervoll zeigt sich von den Protesten unbeeindruckt. Für ihn steht fest, dass der traditionsreiche Produktname bestehen bleibt.
“Unser ‘Negerbrot’ hat immer schon so geheißen und wird auch weiterhin so heißen”, stellt er in der Kronen Zeitung klar.
Die Situation spitzte sich weiter zu, nachdem in den frühen Morgenstunden ein anonymes Bekennerschreiben einging. Laut Nimmervoll wurden gleich drei identische Schreiben verschickt.
Nach Rücksprache mit der Polizei wurde ihm dringend geraten, geplante Solidaritätsaktionen vorerst abzusagen, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.
Aus diesem Grund wurde auch ein für Samstag geplanter “Solidaritätseinkauf” von Unterstützern abgesagt.
Staatsschutz ermittelt
Die Landespolizeidirektion bestätigte inzwischen, dass das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung die Ermittlungen übernommen hat.
Noch ist unklar, wer hinter dem anonymen Schreiben steckt. Die Polizei bittet daher die Bevölkerung um Hinweise.
Parallel dazu wächst auch der öffentliche Druck auf die Konditorei. In einem offenen Brief fordern inzwischen mehr als 160 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Politik eine Umbenennung der Schokoladenspezialität.
Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem ehemalige Spitzenpolitiker, Universitätsvertreter, Kulturschaffende und Wissenschaftler.
Sie argumentieren, Sprache könne diskriminierend wirken. Zudem verweisen sie darauf, dass das Produkt intern bereits unter der Bezeichnung “Erdnussbrot” geführt werde. Eine Umbenennung sei daher problemlos möglich, ohne Rezept oder Produkt selbst zu verändern.
Debatte geht weit über eine Süßigkeit hinaus
Der Fall zeigt, wie emotional historische Produktbezeichnungen heute diskutiert werden. Während Kritiker den Namen als rassistisch und nicht mehr zeitgemäß ansehen, berufen sich die Betreiber auf Tradition und Geschichte.
Mit den nun laufenden Ermittlungen des Staatsschutzes hat der Konflikt jedenfalls eine neue Dimension erreicht. Ob die Konditorei ihre Haltung dennoch ändern wird, bleibt vorerst offen.

Kommentare
Lädt Kommentare...