Das berichteten das Profil und die Kronen Zeitung. Ruck soll etwa die Kandidatur eines seiner Söhne für die Wien-Wahl im vergangenen Jahr ermöglicht haben.

Die damalige Döblinger ÖVP-Gemeinderätin Margarete Kriz-Zwittkovits – die auch Vizepräsidentin in der Wirtschaftskammer ist – hat 2025 auf ein neuerliches Antreten verzichtet. Dadurch hätte Rucks Sohn die Möglichkeit erhalten, als ÖVP-Spitzenkandidat in Döbling anzutreten, heißt es. Ein Mandat gab es mangels Wahlerfolgs jedoch nicht.

Keine Bestätigung für Aussagen

Ruck soll dazu gemeint haben, dass Kriz-Zwittkovits einen “Befehl” erhalten habe. Diese habe daraufhin auf ein Antreten verzichtet. Zumindest soll der Kammerpräsident das so erzählt haben. Ruck selbst ließ über einen Sprecher laut den Berichten ausrichten, dass die Aussagen aus den Protokollen nicht bestätigt werden könnten.

Auch die Bestellung des früheren Wiener ÖVP-Chefs Manfred Juraczka zum zweiten Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur war offenbar Thema. Dieser Posten wird üblicherweise von der Wirtschaftskammer besetzt. Ruck soll laut den Protokollen Juraczka vorgeschlagen haben. Eine Ausschreibung gab es nicht. Sie ist laut Rathaus nicht zwingend nötig, wurde aber in früheren Jahren sehr wohl durchgeführt.

Die SPÖ war zumindest laut den Gesprächsnotizen nicht sonderlich begeistert von dem Vorschlag. “Meinst du das jetzt ernst?”, soll sich Ludwig laut Ruck in einer ersten Reaktion erkundigt haben. Wer die Unterredungen mit dem WKW-Chef aufgezeichnet hat und an welchem Ort sie stattgefunden haben, werde zum Schutz der Informanten nicht verraten, hieß es.

ÖVP distanziert sich

Rucks eigene Partei, die ÖVP, hat sich in einer der APA übermittelten Reaktion kritisch geäußert. “Uns selbst liegen keine Protokolle vor. Wir waren, wie aus den Protokollen in den Medienberichten hervorgeht, nicht in Gespräche dieser Art involviert”, versicherte man. Man distanziere sich klar von Vorkommnissen, Aussagen und dem Bild, “das hier abgegeben wird”.

Als Wiener Volkspartei stehe man ganz klar für ein völlig anderes Politikverständnis als jenes, das in den Medienberichten zum Ausdruck kommt. Bereits seit Längerem spreche man sich auf mehreren Ebenen für Reformen aus, um derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken. “Allfällige personelle Konsequenzen” müsse der Wiener Wirtschaftsbund bzw. die Wirtschaftskammer treffen, betonte man.

Die FPÖ forderte unverblümt den Rückzug Rucks. “Das Maß ist endgültig voll”, zeigte sich Wirtschaftssprecher Udo Guggenbichler überzeugt. “Die Wiener ÖVP muss ihn unverzüglich abziehen und ihm das Vertrauen entziehen.” Auch die Grünen sahen ein “beschämendes Bild”. “Die Berichte zeigen, wie ein kleiner Zirkel schamlos Postenschacher betreibt”, konstatierte Parteichef Peter Kraus.