Steuergeld für Menschen, die sich als „Welpen“ oder „Hunde“ bezeichnen und miteinander „bellen und spielen“: Wie NIUS bereits Anfang der Woche exklusiv berichtete, hat das Land Niedersachsen den „Verein für sexuelle Emanzipation e.V.“ (VSE) in Braunschweig seit 2020 mit 182.285 Euro gefördert. Nun ergab eine weitere exklusive Recherche, dass zahlreiche weitere Städte und Kommunen öffentliche Förderungen in queere Zentren und Vereine fließen lassen, die explizit eine „Puppy“-Sparte unterhalten oder dafür Räumlichkeiten bereitstellen.
594.000 Euro für „Queeres Zentrum Mannheim“
Die höchste Förderung entfiel dabei auf das Queere Zentrum Mannheim (QZM). Nach Angaben der Stadt Mannheim beschloss der Gemeinderat zwischen 2019 und einschließlich 2026 insgesamt 594.000 Euro für das Zentrum. Davon entfielen 294.000 Euro auf den Aufbau des QZM sowie rund 300.000 Euro auf laufende Förderungen.
Laut Stadt wird der vom QZM angebotene „Puppy Stammtisch“ nicht gefördert. Allerdings ist der Stammtisch ein wöchentliches, institutionell eingebettetes Angebot des QZM und findet in dessen Räumlichkeiten statt. Einmal im Monat wird im QZM-Café zusätzlich die „Puppy Theke“ veranstaltet, bei der „Puppys“ Getränke servieren. Auch wenn keine gesonderte Förderung des „Puppy Stammtischs“ ausgewiesen wurde, profitiert dieser von der Förderung.
In der Vorstellung des Stammtischs heißt es auf der zentrumseigenen Seite: „Pupplay findet seine Ursprünge in der BDSM-, Kink- und Fetisch-Szene. Dabei nimmt eine Person die Rolle eines Puppies (zu Deutsch: Hundewelpe) ein. Die Puppy Community ist vielfältig und alle Puppies und Spieler*innen haben individuelle Interessen und Herangehensweisen an Pupplay.“
Typische Bestandteile solcher „Pupplays“ sind gemeinsames Spielen, Herumtollen oder Apportieren und die Vorführungen von Ausrüstung sowie die Einführung in Rollenbilder und Umgangsformen der Szene.
Hannover: 342.639 Euro für „Queeres Zentrum Andersraum“
Die Landeshauptstadt Hannover förderte das Queere Zentrum Andersraum zwischen 2023 und 2026 mit insgesamt 342.639 Euro. Die Zuschüsse beliefen sich 2023 auf 85.098 Euro, 2024 ebenfalls auf 85.098 Euro, 2025 auf 86.216 Euro und 2026 auf 86.227 Euro.
Das Zentrum führt auf seiner offiziellen Internetseite ausdrücklich die Gruppe „Puppys Hannover (Petplay open)“ als regelmäßiges Angebot. Dort treffen sich Angehörige der Puppy- und Petplay-Szene in den Räumlichkeiten des Zentrums. Auf derselben Angebotsübersicht werden zudem Treffen des BDSM Hannover e. V. sowie eine Einsteigergruppe des Vereins aufgeführt. „Fühl dich frei einfach vorbeizukommen, wenn du dich für anderes Petplay begeisterst (Ponyplay, Horseplay, Catplay etc.)“, heißt es in der Veranstaltungsbeschreibung des „Petplay open“.
Nach Angaben des Vereins treffen sich dort rund 30 verschiedene Gruppen regelmäßig. Die Puppy-Gruppe ist dabei Teil des offiziellen Angebotsverzeichnisses des Zentrums und wird über die Kommunikationskanäle des Andersraums beworben.
Ob die städtischen Fördermittel unmittelbar für die Puppy-Gruppe eingesetzt wurden, geht aus der Antwort der Stadt Hannover nicht hervor. Da die Zuschüsse jedoch dem Zentrum insgesamt gewährt werden und die Puppy-Gruppe dessen Infrastruktur, Räumlichkeiten und organisatorische Strukturen nutzt, liegt eine mittelbare Mitfinanzierung über die institutionelle Förderung nahe. Eine gesonderte Förderung der Puppy-Gruppe weist die Stadt nicht aus.
80.000 Euro für „Queeres Zentrum Göttingen“ – regelmäßiger Puppy-Stammtisch im Haus
Das Queere Zentrum Göttingen erhielt zwischen 2020 und 2026 Fördermittel in Höhe von insgesamt 80.000 Euro. Davon entfielen jeweils 10.000 Euro auf die Jahre 2020 und 2021 sowie jeweils 12.000 Euro auf die Jahre 2022, 2023, 2024, 2025 und 2026. Die Auszahlung für 2026 steht nach Angaben der Stadt noch aus.
Im Queeren Zentrum finden regelmäßig Veranstaltungen der Puppy- und Petplay-Szene statt. So führt es auf seiner eigenen Internetseite den „Puppy Stammtisch – Freie Wuffel e. V.“ als wiederkehrende Veranstaltung in den Räumlichkeiten des Zentrums auf. Der Stammtisch findet nach Angaben des Veranstalters jeweils am ersten Samstag des Monats statt. In der Einladung heißt es: „Du bist Puppy, Handler oder Furry? Oder interessierst du dich dafür?“ Besucher seien eingeladen, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und gemeinsam den Abend zu verbringen.Magdeburg: 26.250 Euro für CSD-Verein
Der CSD Magdeburg e. V. erhielt seit 2020 Fördermittel der städtischen Kulturförderung in Höhe von insgesamt 26.250 Euro. Die Zuschüsse verteilten sich auf 2.000 Euro im Jahr 2021, 5.000 Euro im Jahr 2022, 6.000 Euro im Jahr 2025 sowie 13.250 Euro im Jahr 2026.
Auch wenn die Stadt Magdeburg angibt, dass weder die Veranstaltung „Social Pupplay for Beginners“ noch der Verein Pupplay Germany e. V. durch die städtische Kulturförderung unterstützt wird, ist die Puppy- und Petplay-Szene dennoch im Umfeld des CSD Magdeburg präsent.
So gehörte Pupplay Germany e. V. in den vergangenen Jahren zu den auf dem Christopher Street Day vertretenen Gruppen und trat bei Veranstaltungen der queeren Community in Erscheinung. Auf sozialen Medien dokumentieren Teilnehmer regelmäßig Auftritte von Personen in typischer Puppy-Ausrüstung bei CSD-Veranstaltungen in Magdeburg. Auch Veranstaltungen wie „Social Pupplay for Beginners“ wurden in der regionalen Community beworben und richteten sich ausdrücklich an Interessierte der Puppy- und Petplay-Szene.
Würzburg: 8.000 Euro für das „Wuf-Zentrum“ – regelmäßiger Petplay- und Puppy-Stammtisch im Haus
Das queere Würzburger „Wuf-Zentrum“ wird seit dem Haushaltsjahr 2023 institutionell gefördert. Die Förderung beläuft sich auf jährlich 2.000 Euro und damit bis einschließlich 2026 auf insgesamt 8.000 Euro. Die Zuschüsse verteilen sich auf jeweils 2.000 Euro in den Jahren 2023, 2024, 2025 und 2026.
Öffentlich zugängliche Veranstaltungskalender zeigen, dass im Wuf-Zentrum regelmäßig Veranstaltungen der Puppy- und Petplay-Szene stattfinden. So wird dort der Stammtisch „Bark & Play“ ausgerichtet, der als Treffpunkt für „Puppies, Cats“ und weitere Petplayer beworben wird. Nach den veröffentlichten Informationen findet die Veranstaltung regelmäßig im Wuf-Zentrum am Niggleweg statt und richtet sich ausdrücklich an Angehörige und Interessierte der Petplay-Szene.
Auch auf Social-Media-Kanälen des Wuf-Zentrums werden sogenannte „Puppy Treffs“ beworben. Ein veröffentlichter Veranstaltungshinweis nennt etwa einen „Puppy Treff“ im Zentrum und dokumentiert damit, dass entsprechende Angebote Bestandteil des Veranstaltungsprogramms sind.
Für Projekte von Queerlife Hof wurden über das Bundesprogramm “Demokratie leben!” Fördermittel in Höhe von insgesamt 10.810 Euro beantragt. Davon entfielen 6.060 Euro auf das Projekt „CSD Stadt Hof – Bunte Woche 2.0“ im Jahr 2025 sowie 4.750 Euro auf „CSD Hof 2026 und Bunte Woche“.
Die beantragten Mittel beziehen sich nach Angaben der Stadt auf Veranstaltungen rund um den Christopher Street Day und die sogenannte „Bunte Woche“. Eine unmittelbare Förderung von Puppy- oder Petplay-Veranstaltungen geht aus den Angaben der Kommune zwar nicht hervor – allerdings finden sich auf Social-Media-Kanälen rund um den Hofer CSD und die regionale queere Community wiederholt Beiträge von Angehörigen der Puppy-Szene.
Dieser Artikel ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.

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