Die gängige Theorie: Ein sogenannter Mantel-Plume, also ein heißer Strom aus dem Erdinneren, versorgt den Vulkan mit Energie. Doch genau dieses Modell gerät nun ins Wanken. Neue Untersuchungen zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Ausbrüchen in Yellowstone und anderen vulkanischen Regionen, schreibt Merkur.de. Auch eine auffällige Zone ohne Aktivität gibt Rätsel auf.

Jetzt liefert eine aktuelle Studie der Zeitschrift Science eine völlig neue Erklärung – und rückt eine längst verschwundene tektonische Platte in den Mittelpunkt des Geschehens.

Alte Platte, neue Erkenntnisse

Im Fokus steht die sogenannte Farallon-Platte, die einst unter den nordamerikanischen Kontinent abtauchte. Ihre Überreste beeinflussen bis heute die Bewegungen im Erdinneren. Laut der Studie erzeugt dieses System Spannungen in der Erdkruste, die Magma gezielt nach oben leiten.

Dabei entsteht ein komplexes Netzwerk von Kanälen, durch die geschmolzenes Gestein aufsteigen kann. Diese Struktur könnte erklären, warum es in Yellowstone unterschiedliche Arten von Vulkanausbrüchen gibt – und warum bestimmte Regionen völlig ruhig bleiben.

Kein klassischer „Hotspot“ mehr?

Die neuen Erkenntnisse stellen das bisherige Bild eines klassischen Hotspots infrage. Statt eines einzelnen Aufstroms aus der Tiefe könnten vielmehr tektonische Kräfte und Materialbewegungen die Hauptrolle spielen.

Das Modell eröffnet auch neue Möglichkeiten für die Vulkanforschung: Es könnte helfen, ähnliche Prozesse weltweit besser zu verstehen – und langfristig sogar Vorhersagen über Ausbrüche zu verbessern.