Das Video, das an der Kreuzung 7th Street und Market Street im berüchtigten Tenderloin-Viertel aufgenommen wurde, zeigt Reihen von Menschen, die regungslos verharren, apathisch wirken oder sich nur langsam und unkoordiniert bewegen. Einige stehen wie eingefroren, andere schwanken oder zeigen typische Symptome schweren Drogenkonsums.

Wie die New York Post berichtete, sind auf den Aufnahmen auch Personen zu sehen, die offen Drogen konsumieren – darunter Fentanyl und Methamphetamine. Ein Betroffener erklärte sogar, er sei extra aus einer anderen Stadt angereist, weil die Drogen in San Francisco „billiger und besser“ seien.

In sozialen Netzwerken lösten die Bilder Entsetzen aus. Nutzer sprachen von „apokalyptischen Zuständen“ und stellten die Frage, wie es so weit kommen konnte.

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Polizei widerspricht Darstellung

Doch die Behörden relativieren die Brisanz der Aufnahmen. Laut Daily Express U.S. geht die Polizei davon aus, dass das Video mehrere Jahre alt ist und nicht den aktuellen Zustand der Stadt widerspiegelt. Seit 2023 habe man massiv gegen den Drogenhandel durchgegriffen.

So wurden nach offiziellen Angaben mehr als 14.000 Festnahmen durchgeführt und über eine halbe Tonne Drogen beschlagnahmt. Die Polizei betont, dass sich das Stadtbild seither „deutlich verändert“ habe.

Allerdings widersprechen Anwohner dieser Darstellung teilweise. Sie berichten, dass insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden weiterhin ähnliche Szenen zu beobachten seien.

Anhaltende Krise trotz Maßnahmen

Unabhängig vom genauen Entstehungszeitpunkt des Videos bleibt die Drogenkrise in San Francisco ein gravierendes Problem. Wie die Washington Times berichtete, steht die betroffene Kreuzung seit Jahren im Zentrum des offenen Drogenhandels. Ein erheblicher Anteil aller drogenbezogenen Vorfälle der Stadt konzentriert sich auf dieses Gebiet.

Hinzu kommt eine neue Dimension der Krise: Immer häufiger werden Drogen mit starken Beruhigungsmitteln versetzt, die zu dem „zombieartigen“ Zustand führen und gleichzeitig schwerer behandelbar sind. Diese Substanzen erschweren auch den Einsatz von Notfallmedikamenten wie Naloxon.

Rückgang bei Todesfällen – aber auf hohem Niveau

Trotz der dramatischen Bilder gibt es auch leichte Entspannungssignale. Die Zahl der Drogentoten ist zuletzt gesunken und erreichte 2025 den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Dennoch zählt San Francisco weiterhin zu den Städten mit den meisten Überdosierungen pro Kopf in den USA.

Ein Stadtrat räumte ein, dass andere Regionen schneller Fortschritte machen. Ziel müsse es sein, den „Magneteffekt“ der Stadt für Drogenkonsumenten zu beenden.