„Als ich hier in Österreich ankam, konnte ich es kaum glauben, dass ich in Europa war“, erzählt Santosch in der Heute. Anfangs habe er sich auf ein neues Leben mit besseren Perspektiven gefreut. Heute sieht er seine Erwartungen enttäuscht.
Besonders der Volksgarten in der Nähe seiner Wohnung bereitet ihm Sorgen. Der Park habe sich zunehmend zu einem Drogenhotspot entwickelt. „Die Dealer werden brutal, sobald ich frage, warum sie hier Kokain verkaufen“, sagt er. Für den Studenten ist das tägliche Umfeld längst von Unsicherheit geprägt.
Sorge um junge Menschen in Graz
Nicht nur seine eigene Sicherheit beschäftigt Santosch. Er fürchtet auch, dass die Situation negative Auswirkungen auf junge Menschen in der Stadt haben könnte. Im Oktober beginnt er sein Luftfahrtstudium und blickt mit Sorge auf seine künftigen Kommilitonen.
„Das hat doch auch Einfluss auf die Jugend hier“, meint er. Wenn junge Österreicher im Umfeld Drogenhandel und Kriminalität beobachten, könne das falsche Anreize setzen. „Die jungen Österreicher sehen diese Leute beim Drogenkauf und wollen es dann selbst probieren“, befürchtet er.
Schutzzone bringt viele Polizeieinsätze
Dass das Problem im Grazer Volksgarten seit Längerem bekannt ist, zeigen auch die Zahlen der Stadt. Seit der Einrichtung der Schutzzone am 15. Juli 2024 sprachen Polizisten laut Sicherheitsmanagement bereits 1.062 Betretungsverbote aus.
Im selben Zeitraum wurden 1.499 Anzeigen erstattet. Darunter fallen unter anderem:
- 397 Verstöße gegen das Suchtmittelgesetz
- 709 Missachtungen bestehender Betretungsverbote
Die Schutzzone wurde auch heuer wieder um ein halbes Jahr verlängert.
Trotz verstärkter Kontrollen und polizeilicher Maßnahmen bleibt die Lage im Umfeld des Volksgartens angespannt. Für Santosch ist klar: Sein Traum von Europa hat in Graz eine unerwartet harte Realität bekommen. Statt des erhofften sicheren Neuanfangs erlebt er eine Stadt, in der er sich oft unwohl fühlt – und in der ausgerechnet der Ort vor seiner Haustür zum Symbol für ein größeres Problem geworden ist.

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