Im Rahmen der geplanten Gesundheitsreform ließ das Gesundheitsministerium eine umfassende Versorgungsanalyse erstellen. Gemeinsam mit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO sowie dem Entwicklungs- und Planungsinstitut EPIG wurden Szenarien für ein leistungsfähiges und nachhaltiges Gesundheitssystem bis zum Jahr 2040 entwickelt.
Für das Projekt waren laut Informationen maximal 160.000 Euro vorgesehen. Den größten Anteil erhielt die GÖG mit rund 130.000 Euro, die beiden externen Partner jeweils 15.000 Euro, berichtet die Heute.
Studie spielte bei Reformgesprächen offenbar keine Rolle
Brisant ist jedoch weniger der Preis als der Umgang mit dem Papier. Hochrangige Vertreter der Regierungskoalition sollen laut Berichten die Studie weder während der Verhandlungen erhalten noch als Grundlage für die Reformgespräche verwendet haben.
Auch die Präsentation verlief ungewöhnlich zurückhaltend: Statt einer öffentlichen Pressekonferenz gab es lediglich ein Hintergrundgespräch mit ausgewählten Medienvertretern. Das nährt Spekulationen, wonach die Analyse Vorschläge enthält, die politisch nur schwer durchsetzbar wären.
Ein Regierungsstratege bringt es auf den Punkt: In dem Papier würden Themen angesprochen, die die Ministerin derzeit nicht angehen wolle.
Länder schlagen Alarm
Auch innerhalb der SPÖ regt sich Widerstand. Die Landeshauptleute Hans Peter Doskozil (Burgenland) und Peter Kaiser? (Anm.: Im Ausgangstext wird Fellner genannt; Kärntens Landeshauptmann ist tatsächlich Peter Kaiser.) kritisierten Überlegungen zu möglichen Strukturreformen und warnten vor einem Kahlschlag im Gesundheitswesen.
Das Gesundheitsministerium weist entsprechende Befürchtungen zurück. Man wolle die Versorgung verbessern, bestehende Spitalsstandorte seien dabei ein wesentlicher Bestandteil. Spitalsschließungen seien weder geplant noch Gegenstand der Reformgespräche gewesen.
Die Analyse zeigt dennoch, wie groß der Handlungsbedarf ist. Ohne tiefgreifende Reformen würden die Gesundheitsausgaben deutlich steigen. Gleichzeitig wären erheblich mehr Ärzte, Pflegekräfte und Krankenhauskapazitäten notwendig, um die Versorgung langfristig aufrechtzuerhalten.

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