Unter dem Titel „Seaworld Venice“ soll der österreichische Pavillon in den Giardini zu einer Mischung aus „Unterwasser-Themenpark“, „Sakralbau“ und „Kläranlage“ werden. Inhaltlich gehe es laut Holzinger um „Schmutz, Verunreinigung und ihre Beseitigung“. Doch hinter diesen Schlagworten verbirgt sich offenbar ein Konzept, das selbst für die experimentelle Kunstszene ungewöhnlich ist.
Durchgesickerte Details deuten der Krone zufolge auf eine Installation hin, bei der Besucher-Urin gesammelt und Teil der Performance wird. Demnach sollen mobile Toiletten vor dem Pavillon aufgestellt werden, deren Inhalt in großen Tanks landet – in denen schließlich Holzinger und weitere Performerinnen agieren.
Steuergeld für Extrem-Kunst
Besonders brisant: Finanziert wird das Projekt maßgeblich aus öffentlichen Mitteln. Die bereitgestellten 600.000 Euro stammen laut Kronen Zeitung vom Bund – und dürften laut Insidern nicht einmal ausreichen. Die Produktion gilt als technisch aufwendig und „sehr herausfordernd“.
Kritiker sehen darin ein fragwürdiges Signal. Während an anderer Stelle gespart wird, fließen hohe Summen in eine Performance, deren Nutzen für die breite Öffentlichkeit diskutabel ist. Die Frage steht im Raum: Wie weit darf Kunst gehen – und was soll sie kosten?
Provokation mit System
Holzinger ist für radikale Inszenierungen bekannt – und genau das sorgt erneut für Kritik. Besonders ihre Performance „Sancta“ machte international Schlagzeilen: Dort kam es zu drastischen Szenen mit Nacktheit, realen Verletzungen und expliziten Darstellungen. Dabei wurde laut Presse einer Darstellerin ein kleines Stück Haut herausgeschnitten. Dieses wurde anschließend für ein “Abendmahl” gegrillt.
In Stuttgart mussten laut Berichten mehrere Zuschauer nach den Vorstellungen betreut werden, einige sogar medizinisch. Die Inszenierung führte zu heftigen Reaktionen, von Übelkeit bis hin zu Abbrüchen im Publikum – ein Vorgeschmack auf das, was nun auch in Venedig drohen könnte.

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