Nur 2 Prozent halten die Sommerpause für gerechtfertigt, 1 Prozent antwortete mit „teilweise“. An der Umfrage beteiligten sich 1.400 Leser. Der Anlass für die Diskussion: Nach der Budgetwoche verabschiedet sich der Nationalrat in die längste reguläre Sommerpause seit mehr als drei Jahrzehnten. Bis zur nächsten regulären Plenarsitzung am 23. September vergehen 74 Tage. Eine so lange Unterbrechung gab es zuletzt vor 33 Jahren.

Vergleiche stoßen sauer auf

Vor allem der Vergleich mit dem Arbeitsalltag vieler Österreicher sorgt für Ärger. Während die meisten Arbeitnehmer mit deutlich weniger Urlaub auskommen müssen, bleibt das Parlament mehr als zwei Monate ohne reguläre Plenarsitzungen. Auch in den sozialen Medien macht sich Frust breit. „Ich habe 25 Urlaubstage im Jahr und die Regierung bekommt 74 Tage am Stück frei?“, schreibt ein verärgerter Nutzer. Andere sprechen von einem „schlechten Scherz“ oder zeigen schlicht Unverständnis für die lange Pause.

Ganz arbeitsfrei wird es allerdings nicht

Völlig still steht der Parlamentsbetrieb während der Sommerpause nicht. Bereits ab 8. September tagen wieder die Ausschüsse. Außerdem nutzen viele Abgeordnete die sitzungsfreie Zeit für Termine in ihren Wahlkreisen, Bürgergespräche oder die Vorbereitung neuer Gesetzesinitiativen.