Die Dimension ist gewaltig: Rund eine Milliarde Euro weniger soll den Universitäten in der kommenden Finanzierungsperiode zur Verfügung stehen. Allein auf die MedUni Wien würden laut Müller Einsparungen von rund 110 Millionen Euro entfallen.

„Das würde jeder Patient spüren“

Besonders brisant: Weil rund 80 Prozent des Budgets für Personal ausgegeben werden, wären Einsparungen kaum ohne Stellenabbau möglich. Die Folge könnte direkt im Wiener AKH spürbar werden. „Wir müssten etwa 200 Ärztestellen einsparen“, warnt Müller. Gerade die Universitätskliniken seien oft die letzte Anlaufstelle für schwerkranke Patienten. Die ohnehin angespannte Lage im Gesundheitswesen könnte sich dadurch weiter verschärfen.

Weniger Ärzte, weniger Studenten?

Doch nicht nur Patienten wären betroffen. Auch die Ausbildung künftiger Mediziner könnte unter den Sparplänen leiden. Derzeit werden an der MedUni Wien jedes Jahr rund 800 neue Medizinstudenten ausgebildet. Sollten die Kürzungen Realität werden, könnten neben Ärzten auch Ausbildungsplätze gestrichen werden. Damit droht langfristig sogar ein noch größerer Ärztemangel.

Rektor rechnet mit Regierung ab

Der MedUni-Chef spart laut Heute dabei nicht mit Kritik. Einerseits müssten die Universitäten sparen, andererseits werde in anderen Bereichen weiterhin viel Geld ausgegeben. „Warum schmeißen wir auf der einen Seite mit beiden Händen Geld hinaus und kürzen auf der anderen Seite bei systemrelevanten Bereichen?“, fragt Müller.

Politische Steuerung problematisch

„Das Problem in Österreich ist auch, dass die Gesundheitsministerin derzeit zu wenig Kompetenzen hat“, sagt Müller. Er zitiert einen ehemaligen Gesundheitsminister, der gemeint hätte: „Der Bund ist ein Bankomat.“ Die Spitäler sind Ländersache, der niedergelassene Bereich jener der ÖGK. Der Minister hat hier bestenfalls moderierende Möglichkeiten.

Kampf um Milliarden beginnt

Während Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) zuletzt betonte, dass die Budgetverhandlungen noch nicht abgeschlossen seien, wächst der Widerstand an den Hochschulen. Rektoren, Studierende und Wissenschaftler laufen bereits Sturm gegen die Pläne. Fix scheint: Der Streit um das Uni-Budget entwickelt sich immer mehr zu einer Gesundheitsfrage. Denn wenn tatsächlich hunderte Ärzte und Ausbildungsplätze wegfallen, könnte das am Ende nicht nur die Universitäten treffen – sondern Millionen Patienten in ganz Österreich.