Damit steht plötzlich ein mögliches AKW-Comeback im Raum – und die Debatte sorgt bereits für heftigen politischen Zündstoff. Auslöser ist die Sorge um die künftige Energieversorgung. Vor allem die konservative Schweizerische Volkspartei drängt darauf, die Atomkraft wieder als Option zuzulassen. Ihre Argumentation: Die Schweiz brauche ausreichend Strom, der bezahlbar, verlässlich und umweltfreundlich sei. Unterstützer betonen allerdings, dass neue Reaktoren nicht auf Kosten des Ausbaus von Solar-, Wasser- oder Windkraft gehen dürften.
Skepsis im Raum
Doch der Widerstand formiert sich bereits. Die Grünen kündigten ein Referendum an und wollen die Pläne an der Urne stoppen. Auch die Sozialdemokraten warnen vor einem Milliardenabenteuer und verlangen zuerst Klarheit über die tatsächlichen Kosten neuer Reaktoren. Ein entsprechender Bericht soll bis Ende des Jahres vorliegen.
„Ausstieg vom Ausstieg“?
Derzeit sind in der Schweiz noch vier Atomreaktoren in Betrieb – zwei in Kernkraftwerk Beznau sowie weitere Anlagen in Kernkraftwerk Gösgen und Kernkraftwerk Leibstadt. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch im Land weiter an. Ob die Eidgenossen tatsächlich den „Ausstieg vom Ausstieg“ wagen, dürfte am Ende wieder das Volk entscheiden. Klar ist: Die Atomfrage spaltet die Schweiz erneut.

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