Brisante Daten aus dem britischen Home Office sorgen in London für politischen Wirbel. Demnach wurden Zehntausende Personen im Einwanderungssystem als sogenannte „Absconders“ registriert – Menschen also, die den Kontakt zu den Behörden abgebrochen haben. Darüber berichtete unter anderem die Daily Mail.

Darunter 1.200 ausländische Straftäter

Den internen Zahlen zufolge waren bereits im Dezember 2024 mehr als 50.000 Personen als untergetaucht erfasst. Darunter befinden sich rund 1.200 ausländische Straftäter. Die Daten wurden vom unabhängigen Chefinspektor für Grenzen und Einwanderung ausgewertet.

Abschiebung entzogen, Kontakt abgebrochen

Zu den registrierten Untergetauchten zählen abgelehnte Asylwerber, die sich einer Abschiebung entzogen haben, ebenso wie Migranten, die nach ihrer Ankunft über den Ärmelkanal gegen Auflagen freigelassen wurden und anschließend den Kontakt zu den Behörden verloren. Auch ausländische Straftäter, die ihrer Abschiebung entgingen, sind in der Statistik enthalten.

Behörden können Fahndung einleiten

Migranten im britischen Asyl- und Einwanderungssystem müssen sich regelmäßig bei den Behörden melden. Kommen sie diesen Auflagen nicht nach, werden sie als untergetaucht eingestuft. Dies kann Fahndungsmaßnahmen, Festnahmen oder Abschiebeverfahren nach sich ziehen.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Zahl der untergetauchten Personen laut den internen Daten höher sein soll als jene der Asylwerber, deren Antrag derzeit noch auf eine erste Entscheidung des Home Office wartet.

Labour gibt Tories die Schuld

Politisch sorgt die Veröffentlichung für heftige Debatten. Die regierende Labour-Partei macht die Vorgängerregierung der Konservativen für das entstandene Chaos verantwortlich. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte, das Management jener Personen ohne Aufenthaltsrecht sei unter der früheren Regierung „chaotisch“ gewesen, zudem seien die Datenbestände unzuverlässig gewesen. Gleichzeitig hätten die Abschiebungen mit den steigenden Ankunftszahlen nicht Schritt gehalten, während sich der Asylstau im Zuge der gescheiterten Rwanda-Pläne massiv vergrößert habe.