Der Konflikt zwischen Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling und Amnesty International UK verschärft sich weiter. Nachdem die Menschenrechtsorganisation mehrere Frauen- und Bürgerrechtsgruppen in einem Bericht als „gegen Menschenrechte gerichtet“ eingestuft hatte, drohen ihr nun zahlreiche Verleumdungsklagen. Rowling kündigte an, betroffene Organisationen bei rechtlichen Schritten finanziell zu unterstützen.
Im Mittelpunkt steht Beira’s Place, ein 2022 mit Unterstützung Rowlings gegründetes Beratungszentrum für Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben. Amnesty hatte die Einrichtung in einem inzwischen zurückgezogenen Bericht auf eine Liste von Organisationen gesetzt, denen vorgeworfen wurde, Rechte anderer Gruppen zu untergraben.
Anwälte weisen Darstellung zurück
Die Anwälte von Beira’s Place weisen diese Darstellung entschieden zurück. In einem Schreiben an Amnesty sprechen sie von falschen und rufschädigenden Behauptungen. Die Veröffentlichung habe erhebliche Folgen gehabt: Mitarbeiter seien mit Drohungen und Beschimpfungen konfrontiert worden, zudem hätten sich viele Frauen möglicherweise aus Angst vor der öffentlichen Debatte gegen eine Kontaktaufnahme mit der Beratungsstelle entschieden.
Die Kanzlei fordert eine endgültige Rücknahme des Berichts, eine öffentliche Entschuldigung auf der Startseite der Amnesty-Website sowie eine unabhängige Untersuchung über das Zustandekommen der Veröffentlichung. Sollte Amnesty diesen Forderungen nicht nachkommen, werde Klage eingebracht.
Amnesty sei massiv unter Druck
Auch andere betroffene Organisationen bereiten rechtliche Schritte vor. Der schottische Politiker Murdo Fraser sieht Amnesty angesichts möglicher Schadenersatzforderungen massiv unter Druck. Rowling erklärte öffentlich, sie werde Klagen von Frauenrechtsgruppen und betroffenen Organisationen finanziell unterstützen.
Amnesty International UK räumte inzwischen Fehler ein. Der Bericht sei ohne die üblichen redaktionellen Prüfungen veröffentlicht worden und entspreche nicht der offiziellen Position der Organisation. Das Dokument wurde vorläufig von der Website entfernt, während eine interne Untersuchung läuft. Eine weitergehende Stellungnahme gab Amnesty zunächst nicht ab.

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