Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ an Justizministerin Anna Sporrer bringt neue Details über Unterhaltsvorschüsse für Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit ans Licht. Die Antwort des Ministeriums zeigt: Den mit Abstand größten Anteil entfielen in den vergangenen Jahren auf minderjährige türkische Staatsbürger.

Laut Anfragebeantwortung erhielten zwischen 2020 und 2025 jährlich zwischen 936 und 1.089 Kinder mit türkischer Staatsangehörigkeit Unterhaltsvorschüsse. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 15,1 Millionen Euro ausbezahlt. Allein im Jahr 2025 belief sich die Summe auf mehr als 2,57 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten jährlich Rückzahlungen von rund 1,2 Millionen Euro eingebracht werden.

Deutlich geringer fielen die Beträge bei anderen abgefragten Staaten aus. An britische Minderjährige wurden 2025 rund 53.900 Euro überwiesen, an tunesische Kinder knapp 54.700 Euro. Für marokkanische Staatsangehörige wurden im selben Jahr knapp 10.000 Euro, für algerische rund 11.600 Euro ausbezahlt.

Rückzahlungsquote liege bei rund 66 Prozent

Das Ministerium weist darauf hin, dass die Rückzahlungsquote insgesamt bei rund 66 Prozent liege. Offene Beträge seien nicht ausschließlich auf mangelnden Zahlungswillen zurückzuführen, sondern auch auf Schwierigkeiten bei der grenzüberschreitenden Einbringung.

Nicht beantworten konnte das Ressort hingegen mehrere Detailfragen der FPÖ. So sei eine automatisierte Auswertung über die Zahl der Anträge, Ablehnungen oder Rückforderungen nach einzelnen Staaten nicht möglich beziehungsweise nur mit unverhältnismäßig hohem Verwaltungsaufwand zu erstellen.