Wer über Europas größtes Freiluftfestival berichten will, muss unterschreiben – und sich damit Bedingungen beugen, die in sozialen Medien für Diskussionen sorgen. Das Veröffentlichen bestimmter Fotos und Videos wird Journalisten nämlich untersagt.
Medienvertreter, die eine Presseakkreditierung für das Donauinselfest wollen, müssen bestimmte Auflagen akzeptieren, wie die Tageszeitung Der Standard zuerst berichtet. Brisant ist eine Klausel, die die Veröffentlichung von Fotos und Videos untersagt, „wenn der Inhalt oder das Thema der Aufnahmen geeignet ist, das Ansehen des Donauinselfestes in der Öffentlichkeit zu gefährden bzw. dem Ansehen zu schaden”. Die Regel gilt für alle akkreditierten Journalisten.

Damit geht die Vorgabe deutlich weiter als übliche Bestimmungen etwa zu Sicherheitsbereichen, Persönlichkeitsrechten oder Urheberrecht.
Kritik von ORF-Moderator Thür
Prompt kam Gegenwind. ORF-Moderator Martin Thür erinnerte auf der Plattform Bluesky daran, dass die Stadt Wien Veranstalter des Festivals ist, und warf den Organisatoren vor: „Unabhängigen, kritischen Journalismus will man einschränken.”
Der Punkt hat Gewicht: Es ist die Stadt Wien selbst, die hier festlegt, was Journalisten veröffentlichen dürfen – und was nicht.

FPÖ: Das Vorgehen habe mit „Demokratie nichts mehr zu tun“
Der Wiener-FPÖ-Mediensprecher Lukas Bruckner bezeichnet die Einschränkungen in einer Aussendung als „unerträglichen“ Skandal und einen „frontalen Angriff auf die Pressefreiheit“. Das jährlich stattfindende Donauinselfest sei ein „reines SPÖ-Parteifest, das sich Jahr für Jahr mit fast zwei Millionen Euro Wiener Steuergeld subventionieren lässt“, das sich anmaße, „Journalisten vorzuschreiben, welche Bilder und Videos sie zeigen dürfen“. Solche „Methoden“ haben mit „einer Demokratie nichts mehr zu tun“, fährt Bruckner fort.
Veranstalter meldet sich per Blusky zu Wort
Das Pressebüro des Donauinselfests wehrte sich auf Bluesky gegen die Kritik. Es gehe um den „Schutz unserer Besucher:innen – etwa vor Berichterstattung über erkennbare Einzelpersonen in verletzlichen Situationen”. Presse- und Meinungsfreiheit würden „selbstverständlich respektiert”, Ziel sei nie gewesen, kritische Berichterstattung einzuschränken, schreibt ein Mitarbeiter unter den Post Thürs.
Dann folgt ein kleines Eingeständnis: Man nehme die Debatte „zum Anlass”, die Formulierung der Bedingungen – „insbesondere jene zum Ansehen der Veranstaltung” – für künftige Ausgaben zu präzisieren.

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