In Europa zeichnet sich ein neuer Streit um die Energiezukunft ab: Während Italien offenbar ernsthaft über einen Wiedereinstieg in die Kernenergie nachdenkt, zieht Österreich eine klare rote Linie. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, empfiehlt dem Land offen den Schritt in Richtung Atomkraft, wobei auch kleinere, modulare Reaktoren im Gespräch sind. Doch in Wien bleibt man hart: Selbst neue Technologien ändern nichts an der ablehnenden Haltung.

Italien prüft Atomkraft – Österreich bleibt beim Nein

Italien steht vor einer energiepolitischen Richtungsentscheidung. Das Land verfügt nur über begrenzte eigene Energiequellen und ist stark von Importen abhängig. Genau hier sieht Fatih Birol, Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA), Potenzial für einen Kurswechsel: Er empfiehlt Italien, auf Kernenergie zu setzen. Dabei geht es nicht nur um klassische Atomkraftwerke. Auch sogenannte Small Modular Reactors – kleinere, modulare Reaktoren – werden als mögliche Option genannt.

Noch ist der Weg allerdings offen. Italien ist aktuell an ein Atomkraft-Verbot gebunden. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni arbeitet jedoch an einem neuen Rechtsrahmen, der Kernenergie künftig ermöglichen könnte. Ein konkreter Gesetzesentwurf liegt bislang nicht vor.

In Österreich ist die Lage hingegen eindeutig. Der Umweltausschuss des Nationalrats hat erst in der vergangenen Woche einstimmig – über alle Parteien hinweg – seine Ablehnung gegenüber Atomkraft bekräftigt. Diese Ablehnung gilt ausdrücklich auch für neue Technologien wie modulare Reaktoren.