Auslöser ist das neue Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG), auf das sich ÖVP, SPÖ, NEOS und Grüne nach langen Verhandlungen geeinigt haben. Das Gesetz soll Genehmigungsverfahren für die Errichtung und den Betrieb von Energieanlagen beschleunigen und den Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft vorantreiben. Die Fischer befürchten, dass schnellere Genehmigungen und gelockerte Umweltprüfungen zu noch mehr Kleinwasserkraftwerken führen könnten. Der Nutzen für die Stromversorgung sei oft gering, der Schaden für die Natur aber groß.
Appell an Regierungschef Stocker
Besonders brisant: Die Kritik richtet sich direkt an Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), der selbst als begeisterter Fliegenfischer gilt. Die Verbände appellieren an den Regierungschef, die „letzten blauen Paradiese“ Österreichs zu schützen, schreibt die Krone. Unterstützung erhalten sie von Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. Als Präsident von „River and Nature“ warnt er eindringlich davor, die letzten frei fließenden Gewässer weiter zu verbauen. Wer heute die letzten Bäche zerstöre, vernichte unwiederbringliche Naturjuwele, so Schröcksnadel.
Mehr als 60 Prozent der Fließgewässer sanierungsbedürftig
Die Zahlen zeigen die Brisanz: Laut WWF befinden sich nur noch rund 15 Prozent der heimischen Fließgewässer in sehr gutem Zustand. Mehr als 60 Prozent gelten bereits als sanierungsbedürftig. Zudem zerschneiden rund 5.200 Wasserkraftanlagen und Querbauwerke die österreichischen Gewässer. Für die Fischer steht daher fest: Die Energiewende dürfe nicht auf Kosten der letzten intakten Flüsse und Bäche gehen. Ihr Appell an Stocker ist klar: Mehr Strom ja – aber nicht um jeden Preis.

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