Die Lage in der Landwirtschaft spitzt sich zu. Während die Kosten für Treibstoff, Energie und Betriebsmittel steigen, geraten viele bäuerliche Betriebe wirtschaftlich zunehmend ins Straucheln. Der NÖ Bauernbund reagiert darauf mit einem neuen Zukunftsprogramm und richtet klare Forderungen an die Politik in Wien und Brüssel. Im Zentrum stehen dabei Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und konkrete Entlastungen für die Betriebe.
„Klare politische Forderungen“
Beim Landesbauernrat, dem höchsten Gremium des NÖ Bauernbundes, wurde ein umfassendes Zukunftsprogramm verabschiedet. Damit stellt die Organisation mit rund 100.000 Mitgliedern die Weichen für die kommenden Jahre.
Obmann LH-Stv. Stephan Pernkopf machte dabei die Stoßrichtung deutlich: „Unser Jubiläum ‚120 Jahre NÖ Bauernbund‘ ist kein Anlass, um uns zu feiern, sondern ein klarer Auftrag zur politischen Standortbestimmung und zur Formulierung klarer politischer Forderungen für Land und Landsleute.“
Im Fokus stehen vor allem die Herausforderungen einer zunehmend unsicheren globalen Lage. Pernkopf betonte: „Krisen, Kriege und Katastrophen sind die neue Realität in unserer globalisierten Welt. Darauf müssen wir mit mehr Versorgungssicherheit und mehr Wettbewerbsfähigkeit antworten.”
Agrardiesel im Zentrum der Debatte
Als besonders dringlich betrachtet der Bauernbund das Thema Agrardiesel. Während in vielen EU-Staaten Entlastungen für Landwirte gelten, sind entsprechende Maßnahmen in Österreich ausgelaufen.
Das sorgt laut Bauernbund für massive Wettbewerbsnachteile. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Betriebe, während die Erlöse sinken. Bauernbunddirektor Paul Nemecek bringt die Situation auf den Punkt: „Die Bäuerinnen und Bauern brauchen jetzt den Agrardiesel. Sie sind in einer extrem schwierigen Situation.“ Er warnt: „Fallende Getreide-, Milch- und Fleischpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten können nicht lange gutgehen.“
Programm mit breiter Basis
Das Zukunftsprogramm wurde laut Bauernbund breit erarbeitet. In 26 Jugendgesprächen, vier Diskussionsveranstaltungen und einer Mitgliederumfrage wurde sein Inhalt entwickelt. Nemecek betont den gemeinschaftlichen Ansatz: „Dieses Zukunftsprogramm ist aus vielen Gesprächen, Begegnungen und Rückmeldungen entstanden.“
Das Programm bündelt zentrale Maßnahmen für die kommenden Jahre und soll als Arbeitsauftrag für politische Entscheidungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene dienen.

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