Die Maßnahme ist Teil der laufenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm.

Für den Iran könnte die Entscheidung milliardenschwere Folgen haben. Experten schätzen, dass das Regime während der zweimonatigen Aussetzung zusätzliche Einnahmen von acht bis zehn Milliarden Dollar erzielen könnte. Erstmals seit den 1990er-Jahren wäre es dem Land möglich, sein Öl wieder offen zu Marktpreisen zu verkaufen, anstatt auf inoffizielle Kanäle und Preisnachlässe angewiesen zu sein.

Wie die New York Post berichtet, könnte Teheran dadurch künftig auf jene Preisabschläge verzichten, die bislang notwendig waren, um trotz Sanktionen Käufer zu finden.

Neue Käufer statt China-Monopol

Bislang exportierte der Iran trotz Sanktionen vor allem nach China. Dabei musste Teheran erhebliche Abschläge auf den Weltmarktpreis akzeptieren. Mit der Lockerung könnten nun weitere Abnehmer – insbesondere in Asien – auf den Markt treten. Branchenexperten halten sogar Lieferungen in die USA für theoretisch möglich.

Der Iran produziert derzeit rund drei Millionen Barrel Öl pro Tag. Zuletzt wurden etwa 1,6 Millionen Barrel täglich exportiert. Analysten gehen davon aus, dass die Ausfuhren in den kommenden Monaten auf bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag steigen könnten.

Zusätzlich verfügt Teheran über erhebliche Reserven: Schätzungen zufolge lagern rund 120 Millionen Barrel Rohöl bereits auf Tankern, davon etwa 40 Millionen Barrel im Persischen Golf und weitere 80 Millionen Barrel auf dem Weg nach Asien.

Teil eines größeren Deals

Die Lockerung der Ölsanktionen ist Teil eines umfassenderen Pakets, das Washington dem Iran anbietet. Ziel ist es, Teheran zur Aufgabe seines hoch angereicherten Urans sowie zur Beendigung der Unterstützung regionaler Milizen zu bewegen.

Neben den Öl-Erleichterungen steht auch die Freigabe von mehr als 100 Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögenswerte im Raum. Zudem wird über einen bis zu 300 Milliarden Dollar schweren Wiederaufbaufonds gesprochen, der von arabischen Golfstaaten finanziert werden könnte.

US-Vizepräsident JD Vance verteidigte die Maßnahmen. Die bisherigen Sanktionen hätten den iranischen Ölexport nach China ohnehin nicht verhindern können. Künftig solle das freigegebene Geld nicht direkt an die iranische Führung fließen, sondern unter anderem für den Kauf amerikanischer Agrarprodukte verwendet werden.