Nach Angaben des Gerichts wurde Eduardo Bolsonaro zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Zudem darf er für acht Jahre kein öffentliches Amt bekleiden.
Die Richter kamen zu dem Schluss, dass der Politiker versucht habe, Einfluss auf das Verfahren gegen seinen Vater, den ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, zu nehmen. Konkret soll er bei US-Behörden auf Sanktionen gegen brasilianische Richter sowie wirtschaftlichen Druck auf Brasilien hingewirkt haben. Die brasilianische Staatsanwaltschaft wertete dies als unzulässigen Versuch, die Justiz und laufende Ermittlungen zu beeinflussen.
Festnahme droht bei Rückkehr nach Brasilien
Fuß. Sollte er jedoch nach Brasilien zurückkehren, droht ihm unmittelbar die Festnahme.
Der Verurteilte weist sämtliche Vorwürfe zurück. Er erklärte, über das Verfahren nicht ordnungsgemäß informiert worden zu sein. Die Verurteilung sei seiner Ansicht nach Teil einer politischen Kampagne, um ihn und seine Familie aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen.
Verfahren gegen Ex-Präsidenten läuft weiter
Die Verurteilung erfolgt vor dem Hintergrund der juristischen Aufarbeitung der Ereignisse nach der brasilianischen Präsidentschaftswahl 2022. Jair Bolsonaro steht weiterhin im Fokus der Justiz.
Dem früheren Staatschef wird vorgeworfen, nach seiner Wahlniederlage gegen den heutigen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva einen Staatsstreich vorbereitet beziehungsweise unterstützt zu haben. Gegen Bolsonaro laufen entsprechende Verfahren, während er derzeit unter Hausarrest steht. Politisch kommt das Urteil zu einem heiklen Zeitpunkt. Die konservative Bolsonaro-Familie bleibt ein bedeutender Faktor in der brasilianischen Politik. Zuletzt hatte Eduardo Bolsonaro öffentlich die mögliche Präsidentschaftskandidatur seines Bruders Flavio Bolsonaro unterstützt.
Umfragen sehen Flavio Bolsonaro derzeit als einen der stärksten Herausforderer von Präsident Lula bei der kommenden Präsidentschaftswahl.
Mit dem Urteil gegen Eduardo Bolsonaro verschärft sich damit nicht nur der juristische Druck auf die Familie des Ex-Präsidenten, sondern auch der politische Konflikt zwischen dem linken Regierungslager und den konservativen Anhängern Bolsonaros. Die Entscheidung dürfte die ohnehin aufgeheizte Stimmung in Brasilien weiter anheizen.

Kommentare
Lädt Kommentare...