Nachdem das Gespräch innerhalb weniger Tage millionenfach aufgerufen wurde, fordert die ehemalige SPD-Vorsitzende Saskia Esken nun Konsequenzen für den Betreiber des Formats „ungeskriptet“.
Wie die Junge Freiheit berichtete, sprach sich Esken in einem in sozialen Netzwerken verbreiteten Video dafür aus, Unternehmen sollten prüfen, wie sich ihre Werbung aus dem Podcast entfernen lasse. Wörtlich erklärte die SPD-Politikerin, man müsse nicht akzeptieren, dass ein „Faschist“ durch Werbeeinnahmen mitfinanziert werde. Zudem brachte sie „Blacklisting“ ins Spiel – also den gezielten Ausschluss bestimmter Formate von Werbeschaltungen.
Millionen Klicks für Höcke-Gespräch
Das viereinhalbstündige Gespräch mit dem Titel „Ich habe mich getraut, Björn Höcke einzuladen“ erreichte binnen kurzer Zeit mehrere Millionen Aufrufe. Der Erfolg des Formats löste medial heftige Diskussionen aus – und Panik von bestimmten Medien.
Der Spiegel kritisierte beispielsweise Berndts Gesprächsführung und monierte eine „Rechtslastigkeit“ des Formats. Berndt habe Höcke zu wenig kritisch befragt und ihm zu viel Raum gegeben, seine Positionen ausführlich darzustellen.
Die Junge Freiheit verwies hingegen darauf, dass Berndt auch Gäste aus anderen politischen Lagern empfing – darunter Jan van Aken, Gregor Gysi und Wolfgang M. Schmitt. Zugleich kamen bei „ungeskriptet“ auch AfD-Politiker Maximilian Krah und Hans-Georg Maaßen zu Wort.
Steinhöfel wirft Medien Doppelmoral vor
Scharfe Kritik an der Berichterstattung über Berndt kommt von Joachim Steinhöfel. In einem Gastbeitrag für die Welt wirft der Hamburger Rechtsanwalt dem Spiegel vor, mit zweierlei Maß zu messen.
Steinhöfel argumentiert, ein privater Podcaster werde für ein langes Gespräch mit einem demokratisch gewählten Politiker massiv kritisiert, während wohlwollende Interviews mit Regierungsvertretern im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum ähnliche Empörung auslösten. Er spricht von „asymmetrischer Erregung“ und kritisiert, der Spiegel ersetze eine ernsthafte Debatte durch Distanzierung.
Berndt verteidigt sein Format
Berndt selbst sieht sich nicht als politischer Aktivist, sondern als Gastgeber für kontroverse Gespräche. Gegenüber der Jungen Freiheit sagte er, er interessiere sich für „kantige Persönlichkeiten“ und spreche mit sehr unterschiedlichen Menschen.
Höcke sei über Jahre hinweg von Medien besonders stark dämonisiert worden, so Berndt. Gerade dadurch sei ein großes Interesse entstanden. Er habe lediglich eine Lücke gefüllt, die andere Medien offengelassen hätten.

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