Den Misstrauensantrag hatten die bisher mitregierenden Sozialdemokraten (PSD) gemeinsam mit der oppositionellen, konservativen Partei AUR eingebracht. 254 der 465 Abgeordneten hatten den Antrag unterzeichnet.

Die Sozialdemokraten waren im vergangenen Monat aus der Regierung ausgetreten, da die Regierung unter Ministerpräsident Bolojan eine Reihe unpopulärer Maßnahmen, wie etwa Steuererhöhungen, ergriffen hatte. Mit diesen Maßnahmen sollte das Defizit des Landes abgebaut werden, doch sie sorgten für Ärger bei den Sozialdemokraten, die um ihre Wähler fürchteten.

Neuauflage der bisherigen Koalition wahrscheinlich

Der Politikwissenschaftler Costin Ciobanu von der Universität Aarhus in Dänemark sagte im Vorfeld der Abstimmung, dass nun wochenlange Verhandlungen über eine Neuauflage der bisherigen Regierungskoalition unter einem anderen Premier folgen werden. Die PSD hat nämlich wiederholt erklärt, einer solchen Regierung wieder beitreten zu wollen. Eine Koalition mit der konservativen Partei AUR schlossen die Sozialdemokraten hingegen aus. Bei der Regierungsbildung spielt der proeuropäische Präsident Nicusor Dan eine Schlüsselrolle. Er schlägt den Regierungschef vor und will das Balkanland auf einem proeuropäischen Kurs halten.

Angesichts der politischen Lage ist die Landeswährung Leu bereits auf ein Rekordtief gefallen und die Kreditkosten für das Land sind gestiegen. Die politische Instabilität bedroht die Umsetzung von Reformen, die für die Auszahlung der europäischen Gelder zwingend erforderlich sind. Zwar seien verschiedene Szenarien denkbar, doch dürften das Risiko von Herabstufungen der Bonität, Sorgen um die Finanzstabilität und negative Auswirkungen auf das Wachstum den politischen Spielraum einengen, schrieb die Bank Unicredit in einer Analyse.

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