Nach dem schrittweisen Rollout im Bundeskanzleramt soll GovGPT in den kommenden Wochen auch in weiteren Ministerien eingeführt werden.
GovGPT soll Bundesbedienstete bei alltäglichen Verwaltungsaufgaben unterstützen. Dazu zählen unter anderem das Erstellen von Textentwürfen, die Zusammenfassung umfangreicher Dokumente, erste Analysen sowie der Aufbau von Wissensbibliotheken, in denen Dokumente gebündelt und gezielt durchsucht werden können.
Pröll: KI soll Mitarbeiter unterstützen
„Künstliche Intelligenz soll die Menschen in der Verwaltung nicht ersetzen, sondern ihnen den Rücken freihalten“, erklärte Staatssekretär Alexander Pröll. Ziel sei es, Routineaufgaben zu reduzieren und den Mitarbeitern mehr Zeit für fachliche Tätigkeiten sowie einen besseren Service für Bürger und Unternehmen zu verschaffen.
Die Einführung erfolgt zunächst vom 20. bis 23. Juli im Bundeskanzleramt. Bereits ab 21. Juli startet der Rollout im Finanzministerium, Ende Juli folgt das Sozialministerium. Weitere Ressorts, darunter das Infrastruktur- und das Bildungsministerium, sollen im August angebunden werden.
Sichere Verarbeitung im Bundesrechenzentrum
Laut Bundesregierung wurde GovGPT speziell für die österreichische Bundesverwaltung entwickelt. Sämtliche Anfragen und hochgeladene Dokumente werden auf der KI-Infrastruktur des Bundesrechenzentrums verarbeitet. Die Daten würden weder an Dritte weitergegeben noch zum Training der KI verwendet.
Damit soll GovGPT eine datenschutzkonforme Alternative zu öffentlich verfügbaren KI-Chatbots bieten und gleichzeitig die Kontrolle über sensible Verwaltungsdaten gewährleisten.
KI als Antwort auf Personalmangel
Die Bundesregierung verweist zudem auf die wachsenden Herausforderungen für den öffentlichen Dienst. Neben den Erfahrungen aus Pandemie und geopolitischen Krisen werde in den kommenden zehn Jahren eine große Zahl erfahrener Mitarbeiter in Pension gehen. GovGPT soll deshalb Routinetätigkeiten beschleunigen und Wissen leichter zugänglich machen. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibe jedoch weiterhin bei den Bediensteten, die KI-Ergebnisse prüfen und bewerten müssen.
Weitere KI-Projekte bereits geplant
GovGPT ist laut Bundesregierung erst der Anfang einer umfassenderen KI-Offensive. Bereits Ende Juli soll mit „ida“ ein KI-Chatbot in der ID-Austria-App sowie auf oesterreich.gv.at starten. Ab Ende August ist außerdem der schrittweise Einsatz von KI im elektronischen Akt vorgesehen.
Darüber hinaus arbeitet die Public-AI-Initiative an weiteren Anwendungen, darunter KI-Unterstützung für parlamentarische Anfragen, Übersetzungen, Transkriptionen sowie barrierefreie Dokumente. Langfristig sollen mehr als 180.000 Bundesbedienstete Zugang zu den gemeinsamen KI-Diensten erhalten. Auch Gespräche mit Ländern, Gemeinden und weiteren Bundesorganisationen laufen bereits.

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