26 Anschläge in nur zweieinhalb Jahren, massive Sachschäden, digitale Shitstorms – und eine Stadt, die schweigt. Das von einer Freikirche betriebene Café „Stay“ in der ostdeutschen Stadt Leipzig sieht sich zum Schließen gezwungen. Der Pastor warnt vor zunehmender Christenfeindlichkeit – und sagt, die Stadtregierung habe „keinen Finder bewegt“.
Das Leipziger Café „Stay“ schließt seine Pforten mit Ende Juni für immer. Der Grund: In den vergangenen zweieinhalb Jahren gab es insgesamt 26 Angriffe von Linksextremen auf das Kaffeehaus, dass von der Freikirche „Zeal Church“ betrieben wird. Die traurige Nachricht der Schließung verkündete Pastor René Wagner am 31. Mai in einem Gottesdienst der Gemeinde, berichtet der „Arbeitskreis für Religionsfreiheit – Menschenrechte – Verfolgte Christen“ (AKREF).
Linke Sprüche wie „Fundis abtreiben“
Erst im vergangenen Dezember hat es einen Buttersäure-Anschlag auf das christliche Café gegeben. Schon kleinste Mengen reichen aus, um Räume über Wochen oder sogar Monate lang unbenutzbar zu machen, da sich der Geruch tief in Böden, Wände und Textilien einzieht und kaum zu entfernen ist. Auch Farbanschläge, Beschmierungen und eingeschlagene Fensterscheiben hat es schon in dem Kaffeehaus gegeben. In den vergangenen zweieinhalb Jahren sprühten die linksextremen Sprüche wie „Keine Kohle für Fundis“, „Fundis abtreiben“ oder „Don´t stay, be gay“ auf Tür oder Außenfenster.
Schaden: 20.000 Euro
Als Grund für die endgültige Schließung nennt der Pastor finanzielle Gründe. Allein der Buttersäure-Anschlag rund um Weihnachten habe 20.000 Euro Schaden verursacht. Hinzu kamen ein anhaltender digitaler Shitstorm sowie Einnahmeausfälle durch wiederholte Schließungen.

Wagner betont jedoch gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Die Linksextremen in Leipzig haben nicht gewonnen. Sie haben keine Kirche geschlossen. Sie haben keine Gemeinde gestoppt.” Was ende, sei lediglich ein Geschäftsbetrieb – die Kirche selbst mache weiter.
Enttäuscht von Politikern
Pastor Wagner zeigte sich enttäuscht über die Stadt Leipzig, die trotz eines persönlichen Gesprächs mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) „keinen Finger bewegt” habe. Eine öffentliche Stellungnahme der Stadt sei ausgeblieben. Man habe Gespräche mit CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, BSW und AfD geführt. „Die Einzigen, wo wir keinen Kontakt reinkriegen, sind die Linken.“ Auch der zuständige Ordnungsbürgermeister gehöre der Linken an. Die Stadtregierung hatte die Angriffe als wirtschaftliches Problem eingestuft, was die Freikirche zurückwies: Die Attacken richteten sich laut Bekennerschreiben aus der linksextremen Szene eindeutig gegen die religiöse Identität der Kirche.
Pastor warnt vor zunehmender Christenfeindlichkeit
Wagner warnte, dass Angriffe auf christliche Einrichtungen in Europa zunehmen würden, und rief Christen dazu auf, ihre Stimme zu erheben – jedoch ohne Hass oder Bitterkeit: „Wir schlagen nicht zurück”, sagt der Pastor.

Kommentare
Lädt Kommentare...