Es war einer der schärfsten Momente der Budgetrede: „Danke für nichts”, rief Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) Richtung Vorgängerregierung. Man habe „ein wahrlich desaströses Erbe angetreten” – die nicht gegenfinanzierten Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen der Vorgänger belasteten das Budget laut Fiskalrat 2028 noch immer mit 15 Milliarden Euro.
Pikant nur: Die gescholtene Vorgängerregierung war maßgeblich die ÖVP – also genau jener Partner, mit dem die SPÖ heute (gemeinsam mit den NEOS) am Kabinettstisch sitzt. Der rote Finanzminister fällt damit der eigenen Koalition in den Rücken.
Wirklich überraschend ist das nicht. Wer die Ministerrats-Foyers der vergangenen Monate verfolgt hat, kennt diesen Ton: Vieles wird mit dem „Erbe” der Vergangenheit erklärt, und die SPÖ verweist auffällig gern auf die ÖVP-geführten Vorjahre. Eine Koalition, die sich beim gemeinsamen Budget gegenseitig die Schuld zuschiebt – das verspricht für die kommenden zweieinhalb Jahre noch einiges.

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