In exxpress live wurde am Montag intensiv über den ORF diskutiert. Mit dabei: Eva Schütz und Polit-Blogger Lucas Ammann. Im Fokus: die Absetzung von Generaldirektor Roland Weißmann, Vorwürfe sexueller Belästigung – und ein System, das zunehmend unter Druck gerät.

„Vorwurf reicht – Karriere zerstört“

Die Kritik ist massiv – und sie trifft den ORF ins Mark. Für Lucas Ammann steht fest: Die Absetzung von Roland Weißmann sei kein normaler Vorgang gewesen, sondern ein „Polit-Putsch“. Der zentrale Punkt: Ein schwerer Vorwurf wurde öffentlich gemacht – obwohl er sich später als haltlos erwies. Selbst die ORF-Compliance stellte fest, dass keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinn vorlag. Trotzdem war Weißmann da bereits weg.

Ammann spricht von einem gefährlichen Präzedenzfall: Schon der Vorwurf allein könne heute reichen, um Existenzen zu zerstören. Das eigentliche Problem sei nicht nur der Einzelfall, sondern das dahinterliegende System: Ein öffentlicher Rundfunk, in dem politische Netzwerke, persönliche Interessen und interne Machtkämpfe ineinandergreifen.

Auch Eva Schütz sieht einen klaren Fehler: Man hätte die Vorwürfe zuerst intern prüfen müssen – statt sie vorschnell öffentlich zu machen. So sei ein enormer Schaden entstanden, sowohl für den Betroffenen als auch für die Glaubwürdigkeit des ORF.

„Sexuelle Belästigung – oder politisches Werkzeug?“

Ein schwerer Vorwurf steht im Raum – sexuelle Belästigung. Doch die interne Prüfung bringt ein klares Ergebnis: Im rechtlichen Sinn liegt keine Belästigung vor. Für Lucas Ammann ist der Fall damit symptomatisch für eine gefährliche Entwicklung. Seine zugespitzte Analyse: Heute könne schon der Vorwurf allein reichen, um eine Karriere zu zerstören – unabhängig davon, ob er stimmt.

Damit rückt ein heikler Punkt in den Fokus: Ein Instrument, das eigentlich Frauen schützen soll, könnte missbraucht werden. Eva Schütz warnt vor genau dieser Dynamik. Wenn subjektive Empfindungen allein entscheidend seien, öffne das „jeder Intrige Tür und Tor“. Denn dann werde es unmöglich, objektiv zu beurteilen, was tatsächlich passiert ist.

Die Folge: Ein System, das eigentlich Schutz bieten soll, verliert an Glaubwürdigkeit – und könnte am Ende genau jenen schaden, die es wirklich brauchen.

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