Vor allem die Rolle der IGGÖ, der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, bei der Baghajati tätig ist, sorgte für explosive Szenen im Studio. Ateş, die wegen ihrer liberalen Moschee in Berlin unter Polizeischutz lebt und seit Jahren Morddrohungen von Islamisten erhält, warnte eindringlich vor Parallelgesellschaften und religiösem Extremismus.
„Ich habe Angst“
Die Imamin schilderte dramatische Zustände: Islamisten würden Österreich als „Hotspot“ nutzen, liberale Muslime in Deutschland würden bedroht und eingeschüchtert. „Ich habe Angst“, sagte Ateş offen. Selbst der IS interessiere sich für ihre Moschee. Dann ging sie frontal auf die IGGÖ los. „Seien Sie doch mal ehrlich, was Sie mit den Kindern in der IGGÖ gemacht haben“, attackierte Ateş die Vertreterin der Glaubensgemeinschaft. Besonders das Fasten junger Kinder kritisierte sie scharf.
„Ich habe Angst“
Baghjati reagierte empört: „Das muss ich mir verbitten!“ Der Ton im Studio wurde plötzlich deutlich schärfer. Die IGGÖ-Vertreterin beklagte wiederum zunehmende Islamfeindlichkeit in Österreich und verteidigte die Arbeit des islamischen Religionsunterrichts. Man bringe jungen Muslimen Demokratieverständnis und Vielfalt bei, betonte sie. Doch Ateş ließ nicht locker. Sie fordert ein warf konservativen muslimischen Verbänden vor, liberale Islam-Auslegungen aktiv zu blockieren. Ihre eigene Moschee werde von vielen traditionellen Vertretern nicht einmal als „echter Islam“ akzeptiert.
Sobotka: „Realität auf den Schulhöfen sieht anders aus“
Auch Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, derzeit Präsident der ÖVP-Akademie, mischte sich ein und warnte davor, religiöse Regeln über den Rechtsstaat zu stellen. Auf vielen Schulhöfen sehe die Realität anders aus als in offiziellen Statements. „Wir haben plötzlich in der dritten Generation Probleme. Hier findet auf einmal eine Radikalisierung statt.“ Social-Media sei ein starker Grund. Für zusätzlichen politischen Sprengstoff sorgte Sigrid Maurer, die der ÖVP schwere Integrationsfehler vorwarf. Sobotka konterte prompt und bezeichnete die Klubobfrau der Grünen als „hervorragende Demagogin“.
Keine Lösungen - seit langem
Am Ende blieb vor allem eines hängen: Die Debatte über politischen Islam, Integration und Parallelgesellschaften wird immer emotionaler, Schwarz und Weiß verwandeln sich in argumentative Grauzonen – klar ersichtlich ist nur: Das Thema wird größer und größer.

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