Doch die Einladung sorgte schon im Vorfeld für heftige Proteste. Mehrere Künstler und Beteiligte des Festivals kündigten an, ihre Teilnahme zurückzuziehen. Schließlich sagten die Wiener Festwochen die Veranstaltung ab.

Noch vor dieser Absage veröffentlichte Martha Bißmann auf Instagram ein Foto vor einem Graffiti mit der Aufschrift „Death to Peter Thiel“. Dazu stellte die frühere Liste-Pilz-Politikerin die Frage: „Sollen wir Peter Thiel aktionistisch verhaften nach seinem Auftritt bei den Wiener Festwochen?“

„Sünden des Patriarchats“

Bißmann erklärte in ihrem Beitrag, sie habe diese Frage auch Festwochen-Intendant Milo Rau gestellt und von diesem keine Ablehnung erhalten.

Darüber hinaus schlug sie ein „Komitee aus Frauen, das das Matriarchat repräsentiert“, vor, das Thiel für die „Sünden des Patriarchats“ verhaften solle. Diese würden laut ihrem Posting unter anderem „Ausbeutung, Unterdrückung und Traumatisierung der überwiegenden Mehrheit der Menschheit“ sowie „patriarchale Weltreligionen, Imperialismus und Kapitalismus“ umfassen.

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Bißmann kandidierte an der Seite der SÖZ

Martha Bißmann saß von 2017 bis 2019 für die Liste Pilz im Nationalrat. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Parlament trat sie bei der Wiener Gemeinderatswahl 2020 gemeinsam mit der Kleinpartei SÖZ („Soziales Österreich der Zukunft“) an.

Die Partei sorgte in den vergangenen Jahren wiederholt für Kontroversen. Parteigründer Hakan Gördü war früher Funktionär der als Erdogan-nah geltenden Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD, heute UID).

Wie exxpress berichtete, forderte die SÖZ 2023 außerdem, die Stadt Wien solle den islamischen Fastenmonat Ramadan mit Steuergeld bewerben und die Straßen in Favoriten entsprechend schmücken. Parteichef Gördü sprach damals von einer Möglichkeit, „die Vielfalt der Stadt zu feiern“.

Der exxpress hat Martha Bißmann zu ihrem Posting um Stellungnahme ersucht. Bis zum Redaktionsschluss lag keine Antwort vor. Sollte eine Stellungnahme eintreffen, wird dieser Artikel entsprechend ergänzt.