Auf einer emotionalen Pressekonferenz in der Hauptstadt Riga zog die 50-Jährige Liberal-Konservative die Reißleine: Rücktritt! Ihre Worte: keine leichte, aber die richtige Entscheidung. Übersetzt: Die Koalition war nicht mehr zu retten.

Mysteriöse Drohnenvorfälle

Auslöser des politischen Bebens waren ausgerechnet mysteriöse Drohnenvorfälle an Lettlands sensibler Grenze zu Russland und Belarus. Sicherheitsalarm im NATO-Land – und plötzlich geriet Verteidigungsminister Andris Spruds massiv unter Druck. Am Ende musste er seinen Hut nehmen.

Drama nahm seinen Lauf

Denn Silina wollte den frei gewordenen Verteidigungsposten nicht mehr mit einem Parteifreund ihres Koalitionspartners besetzen – stattdessen sollte Militäroberst Raivis Melnis übernehmen. Für die linksgerichteten Progressiven war das zu viel: Vertrauensentzug, offener Aufstand – und schließlich der Bruch der Regierung. Auch Präsident Edgars Rinkevics wurde bereits eingeschaltet. Hinter den Kulissen laufen nun hektische Gespräche über eine neue Machtverteilung.

Ein Land im Stand-by-Modus

Besonders brisant: Mit Silinas Rücktritt fällt nach der Verfassung automatisch gleich das gesamte Kabinett. Das Land steht damit politisch auf Stand-by. Was als Sicherheitskrise mit Drohnen begann, endete in einem handfesten Machtkampf – und mit dem spektakulären Absturz einer Regierungschefin. In Riga beginnt jetzt das große politische Zittern.