Insgesamt wurden 1.090 Syrer eingebürgert. Dahinter folgen Afghanistan (402 Personen), die Türkei (389), der Iran (339), Serbien (325) und die Ukraine (225). Gleichzeitig explodierte die Zahl der Anträge: Bei der MA 35 gingen im Vorjahr 14.445 Einbürgerungsanträge ein – ein Anstieg von fast 57 Prozent.
Flüchtlingswelle von 2015 wirkt nach
Als Grund für den starken Anstieg nennt die Stadt laut Heute unter anderem die internationale Krisenlage. Vor allem aber erfüllen nun viele Flüchtlinge, die während der Migrationsbewegung 2015 und 2016 nach Österreich gekommen sind, die gesetzlichen Voraussetzungen für einen österreichischen Pass. Trotz Verbesserungen bleibt der Weg zur Staatsbürgerschaft verhältnismäßig lang: Wer eingebürgert werden will, muss in der Regel zehn Jahre rechtmäßig in Österreich gelebt haben, Deutschkenntnisse nachweisen, die Staatsbürgerschaftsprüfung bestehen und finanziell auf eigenen Beinen stehen.
Syrer bei Anzeigen im Spitzenfeld
Wie steht dieser Zustrom in Verhältnis zur Kriminalität? Hier liefert das Innenministerium Zahlen aus dem letzten Jahr – für Österreich. Aus der Anzeigenstatistik geht hervor, dass insgesamt 538.656 Anzeigen erstattet und 345.095 Tatverdächtige ausgeforscht wurden – 164.573 aus dem Ausland. Bei Tatverdächtigen ohne österreichische Staatsbürgerschaft stehen Personen aus Rumänien, Syrien und Deutschland an der Spitze. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der syrischen Tatverdächtigen 2025 um 25 Prozent.
Jugendkriminalität bleibt weiter Herausforderung
Bei der Jugendkriminalität ist ein neuerlicher deutlicher Anstieg bei Zehn- bis 14-jährigen Tatverdächtigen zu erkennen – fast eine Verdopplung der Anzeigen seit 2021. 51,3 Prozent davon sind ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, auffällig viele syrische Jugendliche, heißt es aus dem Ministerium.
FPÖ-Chef Kickl: „Tickende Zeitbombe“
Umstände, die FPÖ-Chef Herbert Kickl auf die Palme treiben: „Eine tickende Zeitbombe und fundamentale Bedrohung für die Identität und Zukunft Österreichs.“ Es würde sich um Illegale handeln, die damals illegal ins Land gekommen wären und nun die Staatsbürgerschaft erhalten würden.
Wartezeit bleibt hoch
Die MA 35 stand jahrelang wegen überlanger Verfahren in der Kritik. Zwar wurden die Wartezeiten inzwischen verkürzt, dennoch müssen Antragsteller derzeit durchschnittlich 186 Tage – also rund ein halbes Jahr – auf einen Termin warten. Insgesamt erledigte die Behörde im Vorjahr rund 21.700 Verfahren im Bereich Staatsbürgerschaft und Einbürgerung.

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