Gouverneurin Kathy Hochul, Polizeichefin Jessica Tisch, Ex-Bürgermeister Michael Bloomberg und Eric Adams – sie alle marschierten am Sonntag bei der traditionellen Israel-Parade auf der Fifth Avenue in Manhattan. Einer fehlte: der amtierende Bürgermeister Zohran Mamdani. Es ist das erste Mal seit Einführung der Parade im Jahr 1964, dass ein amtierender Bürgermeister der Veranstaltung fernblieb. Während 50.000 Menschen ihre Solidarität mit Israel und der jüdischen Gemeinschaft New Yorks bekundeten, verbrachte Mamdani den Tag mit Medienauftritten und einer Fahrradtour – in Anzug und Lederschuhen, ohne Helm. Ausgerechnet jener Bürgermeister, dessen Stadtverwaltung regelmäßig für das Tragen von Fahrradhelmen wirbt.
BDS-Unterstützer als Bürgermeister
Mamdani, Muslim und seit Jahren scharfer Kritiker der israelischen Regierung, hatte seine Absage bereits Monate im Voraus angekündigt. „Auch wenn ich nicht an der Israel-Parade teilnehmen werde, sollte meine Abwesenheit nicht als Weigerung verstanden werden, für Sicherheit zu sorgen”, erklärte er gegenüber der Jewish Telegraphic Agency.
Der amtierende Bürgermeister unterstützt seit Jahren die antisemitische BDS-Bewegung, die zu Boykott- und Sanktionsmaßnahmen gegen Israel aufruft. Seine Haltung hat ihn wiederholt in Konflikt mit der jüdischen Gemeinschaft New Yorks gebracht – einige Parade-Teilnehmer trugen Schilder mit der Aufschrift „Entfernt Mamdani.”
Adams teilt aus – Tisch marschiert mit Stolz
Ex-Bürgermeister Eric Adams nutzte seinen Auftritt für einen Seitenhieb gegen seinen Nachfolger: „In einer Zeit, in der der Antisemitismus in unserem ganzen Land zunimmt und jüdischen New Yorker in einem beispiellosen Ausmaß mit Hass, Einschüchterung und Angriffen konfrontiert sind, kann man sich Schweigen nicht leisten.”
Auch Polizeichefin Jessica Tisch hatte bereits vorab klargestellt: „Es ist die Entscheidung des Bürgermeisters, nicht mitzumarschieren, und es ist meine Entscheidung, mit Stolz mitzumarschieren.”
Muslimische Gruppe erstmals dabei – Stimmung ungetrübt
Für ein historisches Novum sorgte die erstmalige Teilnahme einer muslimischen Delegation, angeführt von interreligiöser Aktivistin Anila Ali. Trotz Einschüchterungen und Drohungen im Vorfeld zogen sie gemeinsam mit den übrigen Teilnehmern über die Fifth Avenue.
Mamdanis Abwesenheit trübte die Stimmung kaum – die meisten Teilnehmer schwenkten israelische und amerikanische Fahnen und feierten die enge Verbindung zwischen der jüdischen Gemeinschaft und dem Staat Israel.

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