Eine aktuelle Anfragebeantwortung des Bildungsministeriums zeigt, wie regelmäßig das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) mit Steuergeld unterstützt wurde. Laut den nun vorliegenden Zahlen flossen zwischen 2020 und 2025 jährlich rund 12.000 Euro an die Stiftung.

Gefördert wurden dabei vor allem Projekte mit Schulbezug: Workshops, Archivarbeit, Unterstützung für Lehrmaterialien sowie Angebote für Schüler und Lehrer. Die Mittel wurden jeweils projektbezogen vergeben und laut Ministerium ordnungsgemäß abgerechnet.

Keine Studienaufträge

Brisant: Trotz der kontinuierlichen Zahlungen gab es weder Werkverträge noch Studienaufträge oder sonstige wissenschaftliche Leistungen, die vom Ressort beauftragt wurden. Auch personelle oder sachliche Ressourcen wurden dem DÖW nicht zur Verfügung gestellt.

Andreas Kranebitter, Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW)
Andreas Kranebitter, Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW)

Unklar bleibt zudem, in welchem Ausmaß zusätzliche Drittmittel – etwa von EU, Ländern oder privaten Stellen – in die Projekte flossen. Das Ministerium verweist darauf, dass diese nicht Gegenstand der Bundesvollziehung seien. Eine Doppelförderung wird jedoch ausgeschlossen.

Zwar betont das Ressort, dass Förderungen kontrolliert und evaluiert werden, doch die Anfrage wirft erneut Fragen zur Transparenz und langfristigen Förderstrategie im NGO-Bereich auf.