Der Eurovision Song Contest steht eigentlich für Musik und die internationale Bühne, doch in diesem Jahr sorgt der Wettbewerb erneut für politische Spannungen. Nach der Entscheidung, Israel teilnehmen zu lassen, zieht Slowenien die Reißleine. Das Land ist nicht nur ausgestiegen, sondern will die Show auch gar nicht erst zeigen. Der Konflikt rund um den ESC spitzt sich damit weiter zu.

Klare Ansage: Kein ESC im slowenischen TV

Der slowenische Staatssender RTV Slovenia wird den Eurovision Song Contest in diesem Jahr nicht übertragen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Zuvor hatte das Land bereits seine Teilnahme zurückgezogen.

Damit reiht sich Slowenien in eine Gruppe von Ländern ein, die den Wettbewerb boykottieren, darunter Island, Irland, die Niederlande und Spanien. Hintergrund ist die Kritik an der Teilnahme Israels.

Ksenija Horvat von RTV Slovenia stellte unmissverständlich klar: „Wir werden den Eurovision Song Contest nicht übertragen.“ Stattdessen setzt der Sender auf ein alternatives Programm: „Wir zeigen stattdessen die Filmreihe Voices of Palestine mit palästinensischen Dokumentar- und Spielfilmen.“

Auslöser dieser Entwicklung war eine Entscheidung der ESC-Organisatoren im Dezember. Sie hatten Israel trotz Kritik und politischer Spannungen die Teilnahme erlaubt. In der Folge zogen sich mehrere Länder zurück, darunter auch Slowenien, das Israel seit Langem wegen seines Vorgehens im Gazakrieg kritisiert.

Der Eurovision Song Contest selbst findet dieses Jahr mit 35 teilnehmenden Ländern vom 12. bis 16. Mai in Wien statt. Offiziell soll der Wettbewerb Popmusik über politische Konflikte stellen, doch immer wieder wird er von weltpolitischen Ereignissen beeinflusst. Ein Beispiel dafür ist das Jahr 2022, als Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde.