Der Eurovision Song Contest (ESC) ist voll im Gange. Am Donnerstag ist das Wetter sonnig. Viele Leute tummeln sich am Nachmittag am Eurovision Village vor dem Rathaus. Hier wird der Musikwettbewerb auf einer riesigen Leinwand übertragen, es gibt Essensstände und buntes Programm.
Der exxpress hat sich unter den Gästen umgehört. Welche Rolle spielt Politik am ESC? Sollte der Wettbewerb überhaupt politisch sein? Und sollte Israel daran teilnehmen dürfen?
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„Politik gehört irgendwie überall hin, auch zur Musik. Auch Musik ist politisch. Manchmal braucht Politik eine große Bühne“, sagt eine Besucherin aus Deutschland.
„Er ist und bleibt politisch“
„Der ESC war grundsätzlich immer schon politisch. Das wird auch bleiben. Auch wenn die EBU (Europäische Rundfunkunion, Anm.) immer sagt, er sei unpolitisch. Er ist und bleibt politisch“, sagt ein Passant vor dem Rathausplatz gegenüber dem exxpress. Alles, was der ESC seit Jahren macht, sei ein Statement. Der Musikwettbewerb stehe für Toleranz und Vielfalt – „das ist auch schon politisch“.
Israel sollte am ESC teilnehmen, findet ein anderer Mann. „Weil es ein Musikwettbewerb ist und es nicht darum geht, über kulturelle oder politische Fragen zu entscheiden, was die Künstler betrifft. Es kann auch eine politische Veranstaltung sein, aber nicht, was die Teilnahme von Künstlern betrifft.“

„Entweder sollten alle kriegsführenden Länder, also Ukraine, Russland, Israel, teilnehmen dürfen oder alle nicht“, sagt eine Österreicherin, die am Donnerstagnachmittag die ESC-Veranstaltung vor dem Rathaus besucht.
„Juckt mich gar nicht“
Eine Gruppe junger Passanten interessieren sich gar nicht für den ESC. „Juckt mich gar nicht“, sagt ein junger Mann.
Ein Gast aus Belgien berichtet, dass er fast jedes Jahr zum ESC fährt. „Solange Politik den ESC nicht hijackted (vereinnahmt), finde ich es okay.“ Der ESC sollte seiner Meinung nach aber nicht „für andere Ziele“ vereinnahmt werden.
Ein Israeli bedauert die Politisierung
In der Museumsquartier Kantine, dem offiziellen Treffpunkt der Israel-Fans, trifft der exxpress eine Gruppe Israelis. Einer von ihnen erzählt: „An jeder Ecke des ESC gibt es leider, leider Politik. Wir als Israelis spüren das. Wir leiden darunter, weil es unangenehm geworden ist“.

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