EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sogar von einem historischen Momentum. Montenegro könne bereits 2028 der EU beitreten, dieses Ziel sei „in Reichweite“. Auch Albanien könnte rasch nachziehen.
Milliarden für den Balkan
Um den Kandidatenländern den Weg nach Brüssel schmackhaft zu machen, will die EU kräftig investieren. Bereits 675 Millionen Euro wurden ausbezahlt, weitere 540 Millionen Euro sollen folgen. Das Geld soll in schnelles Internet, Bahnverbindungen, Bildung und Infrastruktur fließen. Zusätzlich sollen die Westbalkan-Staaten schon vor einem Vollbeitritt schrittweise stärker eingebunden werden. Unternehmen könnten Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten, Kandidatenländer sollen künftig sogar als Beobachter an Sitzungen von EU-Institutionen teilnehmen dürfen, berichten die Salzburger Nachrichten.
Stocker: „Stimmung hat sich gedreht“
Auch Bundeskanzler Christian Stocker zeigte sich optimistisch. Die Stimmung innerhalb der EU habe sich „deutlich ins Positive gedreht“. Ein EU-Beitritt Montenegros bis 2028 sei zwar „sehr sportlich“, aber mittlerweile keineswegs ausgeschlossen. Für Österreich sei die Region von besonderer Bedeutung. Mehr als 550.000 Menschen in Österreich haben ihre Wurzeln am Westbalkan. Geografisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch gehöre die Region „ganz klar“ zur Europäischen Union, betonte der ÖVP-Politiker.
Merz macht Druck auf Serbien
Deutlich schärfer wurden die Töne gegenüber Serbien. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz stellte klar, dass Belgrad sich entscheiden müsse, wohin die Reise geht. Eine Politik zwischen Europa, Russland und China könne es nicht geben. Sein Appell an Präsident Aleksandar Vučić: „Serbien muss sich entscheiden, wo es steht.“
Rama sorgt für Lacher
Für den Spruch des Gipfels sorgte Albaniens Ministerpräsident Edi Rama. Auf die Frage, wann sein Land der EU beitreten werde, antwortete er trocken: „Es gibt drei Dinge im Leben, über die man keine Vorhersagen treffen kann: Gott, Sex und die EU.“ Trotz des Scherzes ist die Botschaft des Gipfels klar: Nach mehr als 20 Jahren Warteschleife will Brüssel den Westbalkan endlich näher an Europa heranführen. Ob daraus tatsächlich neue EU-Mitglieder werden, dürfte sich in den kommenden Jahren entscheiden.

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