Das österreichische Magazin Apollo News berichtet über einen bemerkenswerten Vorstoß aus Brüssel: Die EU-Kommission denkt offenbar laut darüber nach, VPN-Dienste zu beschränken oder gar zu sperren – alles im Namen des Kinderschutzes.
Altersverifikation per EU-App – schon bald Pflicht
Die EU-Kommission treibt ihre Pläne zur verpflichtenden Altersverifikation im Netz mit Hochdruck voran. Bis Jahresende sollen alle Mitgliedstaaten eine EU-eigene Verifikations-App einführen, über die Plattformen wie Meta oder X das Alter ihrer Nutzer prüfen müssen. Wer unter 13 ist, soll schlicht keinen Zugang mehr bekommen. Unternehmen, die dabei zu lasch vorgehen, drohen empfindliche Strafen.
Soweit der Plan. Das Problem: Jugendliche könnten die gesamte Konstruktion mit einem simplen VPN aushebeln – einfach den digitalen Standort in ein Land außerhalb der EU verlegen, und schon greift die Verifikationspflicht nicht mehr.
Virkkunen kündigt Maßnahmen an – aber wie?
EU-Vizekommissionspräsidentin Henna Virkkunen hat das Problem erkannt und bei einer Pressekonferenz angekündigt, man werde sich mit solchen „risikoreichen Diensten” befassen. Gemeint sind offensichtlich VPN-Anbieter. Wie genau die EU gegen diese vorgehen will, konnte – oder wollte – Virkkunen allerdings nicht erklären. Man müsse zunächst Wege finden, die Umgehung zu verhindern, so die Vizepräsidentin. Mehr war nicht zu erfahren.
Das ist bemerkenswert vage für eine Ankündigung mit weitreichenden Konsequenzen. Denn VPNs sind in der EU grundsätzlich legal – ihr Einsatz zum Schutz der Privatsphäre ist ausdrücklich erlaubt. Eine Sperrung oder drastische Einschränkung würde damit tief in die Bürgerrechte eingreifen.
Grauzonen und große Fragen
Bislang bewegen sich VPN-Anbieter in einem rechtlichen Graubereich: Das Umgehen von Ländersperren bei Streamingdiensten verstößt zwar gegen deren Nutzungsbedingungen, hat aber kaum je strafrechtliche Folgen. Die Plattformen selbst schauen meist weg.
Ob Brüssel nun die rechtliche Grundlage für VPNs verschärfen oder gar einzelne Anbieter sperren will, bleibt offen. Eines ist jedoch klar: Die EU-Kommission hat den Appetit auf Kontrolle im digitalen Raum – und der wächst mit jeder neuen Initiative. Wer glaubt, die Altersverifikation sei der letzte Schritt, dürfte sich täuschen.

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