Aus ihrer Sicht sollte der berühmteste Geheimagent der Filmgeschichte weder als Frau noch als Person mit anderer ethnischer Herkunft neu interpretiert werden.
McWilliams, die für die Besetzung der vergangenen 14 Bond-Filme verantwortlich war, äußerte sich bei einem Auftritt auf dem Karlovy Vary Film Festival unmissverständlich. Auf die Frage, ob 007 künftig auch weiblich oder von einem schwarzen Schauspieler verkörpert werden könnte, antwortete sie mit einem klaren Nein. Ian Fleming habe die Figur auf eine bestimmte Weise geschaffen – und genau so solle sie ihrer Ansicht nach auch bestehen bleiben. Wie die Daily Mail unter Berufung auf das Festival berichtete, erklärte McWilliams: „Ian Fleming schrieb diese Figur – und genau diese Figur sollte erhalten bleiben.“
„Bond muss glaubwürdig gefährlich wirken“
Die Casting-Expertin erläuterte außerdem, worauf sie bei der Auswahl früherer Bond-Darsteller besonderen Wert gelegt habe. Für sie gehöre zur Rolle nicht nur Charisma, sondern auch eine glaubhafte Bedrohlichkeit. Schließlich sei Bonds „Berufsbeschreibung“ die „Lizenz zum Töten“. Ein Schauspieler müsse deshalb vermitteln können, dass er im Ernstfall tatsächlich zur Waffe greifen würde.
Dabei verglich sie auch frühere Hauptdarsteller. Pierce Brosnan habe den eleganten und charmanten Gentleman verkörpert, während Daniel Craig der Figur deutlich mehr Härte verliehen habe. Eine feste Formel für den perfekten Bond gebe es allerdings nicht – letztlich entscheide immer, wer am besten zur jeweiligen kreativen Vision passe. Zugleich deutete McWilliams an, dass sich die Reihe unter den neuen Verantwortlichen spürbar verändern werde. Ob ihr diese Richtung gefallen werde, ließ sie offen.
Amazon treibt die Suche nach dem neuen 007 voran
McWilliams selbst war bereits aus dem Franchise ausgeschieden, bevor Amazon MGM Studios 2025 die kreative Kontrolle über die traditionsreiche Filmreihe übernahm. Die Verantwortung für die Besetzung liegt nun bei Casting-Direktorin Nina Gold und Regisseur Denis Villeneuve.
Die Auswahl des neuen Bond läuft inzwischen auf Hochtouren. Die entscheidenden Vorsprechen sind für August geplant. Laut Gala, die sich auf Informationen von Deadline beruft, dürfte eine engere Auswahl von fünf bis sieben Kandidaten antreten, wobei andere Quellen sogar von bis zu 20 Bewerbern sprechen. Offiziell bestätigt wurde bislang jedoch kein Name.
Diese Schauspieler gelten als Favoriten
In der Gerüchteküche kursieren dennoch seit Monaten mehrere prominente Kandidaten. Zu den meistgenannten Namen zählen Harris Dickinson, Callum Turner und Jacob Elordi. Auch Aaron Taylor-Johnson und Theo James werden immer wieder als aussichtsreiche Bewerber gehandelt.
Das Studio selbst hält sich mit Informationen weiterhin zurück. Ziel bleibt jedoch, den neuen James Bond noch bis Ende des Jahres festzulegen, damit die Dreharbeiten zum nächsten 007-Abenteuer im Jahr 2027 beginnen können.
Alte Debatte flammt erneut auf
McWilliams steht mit ihrer Einschätzung nicht allein. Bereits früher hatte Ex-Bond Pierce Brosnan erklärt, er halte einen männlichen und weißen Nachfolger für wahrscheinlich. Auch Idris Elba, der jahrelang als möglicher Bond gehandelt wurde, hatte sich zuletzt selbst aus der Diskussion genommen. Er argumentierte, dass Bond als literarische Figur bewusst so angelegt worden sei und eine grundlegende Neuausrichtung weltweit nicht überall auf Zustimmung stoßen würde.

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