Rund 60 Wochen ist es her, dass die von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner eingesetzte Wehrdienstkommission ihre Arbeit aufnahm. Im Jänner legte das Expertengremium seine Empfehlungen vor und sprach sich für das Modell 8+2 aus – acht Monate Grundwehrdienst, ergänzt durch zwei Monate Milizübungen.
Doch innerhalb der Regierung gingen die Vorstellungen weit auseinander. Bundeskanzler Christian Stocker brachte zwischenzeitlich sogar eine Volksbefragung ins Spiel. Dazu kam es allerdings ebenso wenig wie zu einer Einigung auf das Expertenmodell, berichtet die Krone.
Aus 8+2 wird 6+3
Am Ende präsentierte die Regierung in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg das Modell 6+3.
Der Grundwehrdienst bleibt weiterhin sechs Monate lang. Ergänzt wird er künftig durch drei Monate Milizübungen. Auch beim Zivildienst soll es Änderungen geben – allerdings sollen die zusätzlichen Monate nur auf freiwilliger Basis absolviert werden.
Damit bleibt die Reform deutlich hinter den ursprünglichen Vorschlägen der Wehrdienstkommission zurück. Das präsentierte Modell wirkt wie ein klassischer Koalitionskompromiss: Jede Partei konnte ihre roten Linien verteidigen, doch eine umfassende Reform ist daraus nicht entstanden.
Statt einer grundlegenden Neuausrichtung des Wehr- und Zivildienstes wurde jene Lösung gewählt, auf die sich alle gerade noch einigen konnten.
Teurer Kompromiss mit offenen Fragen
Die Reform wird den Staat zusätzlich belasten. Höhere Bezüge für Grundwehrdiener sowie organisatorische Anpassungen verursachen zusätzliche Kosten.
Ob das neue Modell den steigenden sicherheitspolitischen Anforderungen gerecht wird und gleichzeitig genügend Personal für Bundesheer und Zivildienst sicherstellt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Nach monatelangen Diskussionen und zahlreichen Ankündigungen bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Die Regierung hat sich auf eine Lösung verständigt, die den Konflikt beendet, aber kaum Begeisterung auslöst.

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