Gender- und Diversitätsinhalte haben längst nicht nur geisteswissenschaftliche Fächer wie Kulturwissenschaften, Soziologie oder Philosophie erobert. Auch an Österreichs technischen Universitäten sind „Gender Studies“ teilweise fixer Bestandteil der Lehrpläne (der exxpress berichtete).

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„Gender Awareness“, „Feministische Technikforschung“

An der TU Wien gibt es den Bereich „Freie Wahlfächer und Transferable Skills“. Ob und wie viele ECTS daraus verpflichtend zu absolvieren sind, unterscheidet sich je nach Studium. Unter „Transferable Skills“ versteht man Fächer, die nicht direkt fachlich-technisch sind. Typische Inhalte sind etwa „soft skills“ wie Kommunikation, Konfliktlösung, Teamarbeit, oder auch Projektmanagement. Doch in den Bereich fallen auch jene Uni-Kurse, die mit Gender und Diversität zu tun haben.

Im heurigen Winter- und Sommersemester lauten einige Kurse: „Gender- und Diversitätskompetenz“, „Diversity Skills“, „Feministische Technikforschung“. Unter dem Stichwort „Gender Awareness“ findet man folgende Kurse: „Was hat Gender mit dem Technikstudium zu tun?“, „Technik und Gender“ oder „femTUconnect – Feministische Netzwerke“.

Auf die Gender-Fächer an der TU Wien aufmerksam gemacht hat der bekannte „Plagiatsjäger“ Stefan Weber. Auf „X“ schrieb er am Montag: „Auszüge aus dem Lehrveranstaltungskatalog ’Transferable Skills‘ der TU Wien“. Dazu postete er Screenshots mit Fächertiteln aus den „Transferable Skills“.

Maschinenbau-Studium: Klare Vorgaben

Der Biologe und Professor für evolutionäre Anthropologie an der Universität Wien, Martin Fieder, kommentiert unter dem Post: „Bin sicher das oder Ähnliches finden Sie auch an der Uni Wien, oder so ziemlich jeder anderen uni. Wenn es nur die Sprache wäre aber der Schwachsinn hat sich so ziemlich überall an unis eingenistet.“

Im Bachelorstudium Maschinenbau etwa ist das Pflichtmodul „Freie Wahlfächer und Transferable Skills“ im Umfang von 18 ECTS vorgesehen. Davon müssen mindestens 9 ECTS aus dem Bereich der Transferable Skills stammen. Innerhalb dieses Bereichs sind wiederum Lehrveranstaltungen im Ausmaß von mindestens 3 ECTS zu wählen, die Themen aus dem Pool „Technikfolgenabschätzung, Technikgenese, Technikgeschichte, Wissenschaftsethik, Gender Mainstreaming und Diversity Management“ behandeln. Zusätzlich empfiehlt das Curriculum ausdrücklich, Lehrveranstaltungen zu genderrelevanten Themen zu absolvieren.

Im Informatik-Bachelorstudium müssen auch 18 ECTS aus „Freie Wahlfächer und Transferable Skills“ absolviert werden, allerdings nicht verpflichtend aus dem Bereich „Transferable Skills“.