Die 53-jährige Hautkrebspatientin Silvia Dronsch aus Suhlendorf lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Kürzlich flatterte ihr ein Brief aus dem Büro von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ins Haus. Der Inhalt: Ein Begleitschreiben eines Mitarbeiters, der der Patientin „Kraft“ und „Zuversicht“ wünscht, sowie eine signierte Autogrammkarte des Regierungschefs. Darauf hinterließ Merz eine persönliche Widmung und wünschte ihr „alles Gute“. Eine echte Entschuldigung, die Dronsch nach einem vorherigen Wortgefecht eingefordert hatte, fehlte jedoch. Darüber berichtet az-online.

Der Auslöser: Ein hitziger Wortwechsel in Salzwedel

Die krebskranke Silvia Dronsch hatte Merz bei einem Bürgerdialog gefragt, warum Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs nach der Gesundheitsreform nicht mehr von den Kassen getragen würden, während zugleich auch höhere Bezüge für Spitzenbeamte geplant gewesen seien.

Merz hatte damals scharf widersprochen: „Zu keinem Zeitpunkt, zu keinem Zeitpunkt ist von irgendjemandem erwogen worden, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben.“ Weiter sagte er: „Alles andere ist eine falsche Behauptung und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht ungeprüft wiederholen.“

Merz wies den Vorwurf später zurück, er sei Dronsch scharf angegangen. In der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Merz?“ sagte Merz: „Also zunächst einmal bin ich sie nicht scharf angegangen, sondern ich habe ihr widersprochen in einer Behauptung, die sie aufgestellt hat, die einfach falsch war.“

Nach diesem öffentlichen Vorfall und der harschen Reaktion des Kanzlers wollte die 53-Jährige eine Entschuldigung. Sie telefonierte sich hartnäckig durch die Instanzen des Kanzleramts, bis sie einen Verantwortlichen erreichte. Dronsch hatte gegenüber NIUS erklärt: „Eine Entschuldigung wäre eigentlich drin.“ Das Resultat dieser Bemühungen war die nun eingetroffene Autogrammkarte.

Für Silvia Dronsch ist der Fall damit nicht abgeschlossen. Sie kündigte an, ihre Stimme auch in Zukunft für Krebspatienten zu erheben. Ein zentrales Anliegen sind ihr dabei die immensen finanziellen Hürden, mit denen Betroffene konfrontiert werden, wenn sie durch ihre Erkrankung über lange Zeiträume krankgeschrieben sind. Um auch hier Druck auszuüben, hat sie die politische Ebene bereits erweitert und eine E-Mail an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) verfasst.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.