Offen wie selten redet Dornauer über ein mögliches politisches Comeback. Der ehemalige SPÖ-Tirol-Chef beschreibt sich selbst als Beobachter „mit Überblick“ und sagt wörtlich: „Ich befinde mich sogar auf einem sehr gut positionierten Hochstand im Revier.“ Und: „Mit 43 Jahren fühle ich mich im besten politischen Alter.“ Als was würde er kandidieren, wenn er bei den nächsten Wahlen in Tirol antritt? „Dann würde ich … als gereifter Georg Dornauer antreten, dann würde ich 2027 und die nächsten Folgejahre im Auge haben, ein politisches Programm präsentieren.“ Gibt es eine Parallele zur Jagd? „Dann geht es um den richtigen Moment, noch einmal ausatmen, und dann wird abgedrückt.“
„Man hat sich plötzlich nicht mehr gegrüßt“
Besonders emotional wird Dornauer beim Rückblick auf seinen Sturz nach dem Benko-Jagdfoto. Der Ex-SPÖ-Chef schildert tiefe persönliche Enttäuschungen innerhalb der eigenen Partei: „Man hat zuerst täglich telefoniert und sich dann plötzlich nicht mehr gesehen oder nicht mehr gegrüßt.“ Viele frühere Weggefährten hätten „einen anderen Weg eingeschlagen“. Dornauer spricht offen über Illoyalität, Einsamkeit und den Schock, innerhalb weniger Tage politisch isoliert zu sein.
Dornauer: „Ich habe fünf Tage nichts gegessen“
In einem der dramatischsten Momente der Sendung beschreibt Georg Dornauer die Tage seines Rücktritts. „Ich habe wirklich fünf Tage buchstäblich keine Nahrungsaufnahme zu mir genommen“, erzählt er. Die politische Krise nach dem Jagdfoto mit René Benko habe ihn körperlich und psychisch massiv belastet. „Du bist in einem Überlebensmodus“, sagt Dornauer. Der Adrenalinausstoß sei so extrem gewesen, „dass ich das meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde“.
„Die wollten mich politisch beerdigen“
Der ehemalige Tiroler SPÖ-Chef erhebt Vorwürfe gegen frühere Parteifreunde. Das Benko-Foto sei genutzt worden, um ihn „politisch zu beerdigen“. Dornauer spricht von einem gezielten Machtkampf innerhalb der Partei und davon, dass manche Funktionäre den Moment genutzt hätten, „um mich loszuwerden“. Gleichzeitig betont er kämpferisch: „Ganz gelungen ist das nicht.“ Trotz aller Kritik verteidigt Dornauer den umstrittenen Jagdausflug mit René Benko. „Dort, wo man mich kennt, verzeiht man mir“, sagt er. Die Menschen würden wissen, „was ich grundsätzlich im Sinne hatte“. Auch schnelle Autos oder exklusive Veranstaltungen hätten seiner Beliebtheit in seiner Heimat keinen Abbruch getan.
Dornauer zur Treibjagd in der Politik: „Da treiben wir sie vor uns her“
Mit scharfen Worten greift Dornauer die Tiroler Energiepolitik an. Er wirft dem Landesenergieversorger „unmoralische Übergewinne“ vor und erklärt kämpferisch: „Da traue ich mich schon, Vorstände und den Eigentümervertreter vor mir herzutreiben.“ Der frühere SPÖ-Chef kündigt an, weiterhin lautstark Missstände aufzeigen zu wollen.
Dornauer über seine schrillen Sager: „Das war Strategie“
Erstmals räumt Georg Dornauer offen ein, dass viele seiner berüchtigten Aussagen bewusst kalkuliert waren. „Da war schon Strategie dahinter“, sagt er über seine oft zugespitzten Aussagen. Ziel sei gewesen, die Tiroler SPÖ bundesweit sichtbar zu machen. Dornauer spricht offen über Medienlogik, Aufmerksamkeit und kalkulierte Provokation: „Ab und zu zugespitzt, ab und zu an der Grenze formuliert.“
Dornauer: „Jörg Haider hatte etwas Besonderes“
Mit bemerkenswerter Offenheit spricht Dornauer über Jörg Haider. Zwar sei Haider „politisch kein Vorbild“ gewesen, dennoch habe er „etwas Besonderes“ in die Politik gebracht. Dornauer lobt dessen „Unmittelbarkeit“, „Nähe“ und die Fähigkeit, Menschen das Gefühl zu geben: „Ich kenne den Jörgel.“ Damit zieht Dornauer eine bemerkenswerte Parallele zur eigenen politischen Strategie.
„Ich wollte die SPÖ in die vernünftige Mitte rücken“
Inhaltlich habe er versucht, die SPÖ „in eine vernünftige, pragmatische Mitte“ zu führen. Seine Positionen etwa bei Migration oder Integration seien innerhalb der Partei auf Widerstand gestoßen. „Was zu viel ist, ist zu viel“, sagt Dornauer über seine damaligen Aussagen zur Migrationspolitik.

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