Auslöser waren Vorfälle in der Gemeinde Tristach im Bezirk Lienz. Dort wurden insgesamt fünf tote sowie acht verletzte Schafe entdeckt. Die Tiere befanden sich nach Angaben des Landes in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern.

Ein Landwirt fand eines seiner Schafe direkt bei der Hofstelle. Weitere tote und verletzte Tiere wurden wenig später im Bereich des Lärchenwegs entdeckt. Der zuständige Amtstierarzt wurde daraufhin umgehend verständigt.

Nach der Begutachtung bestand der konkrete Verdacht, dass ein Wolf für die Angriffe verantwortlich sein könnte.

Abschussverordnung gilt für acht Wochen

Die Tiroler Landesregierung reagierte unmittelbar auf den Vorfall und erließ eine Abschussverordnung für das betroffene Gebiet. Diese trat am Mittwoch in Kraft und bleibt bis einschließlich 27. Juli gültig.

Die zuständigen Jagdverantwortlichen wurden bereits über die Freigabe informiert. Innerhalb des festgelegten Zeitraums darf der betreffende Wolf entnommen werden, sofern er identifiziert werden kann. Für die betroffenen Landwirte steht dabei vor allem der Schutz ihrer Nutztiere im Vordergrund.

Nach den Angriffen wurden Teile der betroffenen Herde vorsorglich in Stallungen gebracht. Für die verbleibenden Tiere errichtete der Landwirt zusätzliche Schutzvorrichtungen.

Weitere Freigabe im Tiroler Unterland

Der Fall in Osttirol ist nicht die einzige aktuelle „Wolfsproblematik‟ im Bundesland. Bereits am Dienstag veröffentlichte die Tiroler Landesregierung eine weitere Abschussverordnung für die Bezirke Schwaz und Kufstein.

Dort war ein Wolf wiederholt in unmittelbarer Nähe von Wohngebäuden gesichtet worden. Die Beobachtungen wurden laut Landesregierung sowohl durch Foto- als auch Videoaufnahmen dokumentiert.

Erst vor wenigen Wochen wurde ein Risikowolf erlegt – Raubtiere breiten sich aus

Das Tier war Anfang Mai mehrfach in der Nähe bewohnter Gebäude in der Gemeinde Gschnitz im Bezirk Innsbruck-Land beobachtet worden. Nachdem die Landesregierung eine entsprechende Verordnung erlassen hatte, wurde der Wolf von der zuständigen Jägerschaft erlegt.

Mit dem Abschuss in Gschnitz wurden in Tirol im laufenden Jahr bereits fünf Wölfe entnommen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden landesweit lediglich sechs Tiere erlegt. Die Raubtiere breiten sich zusehends in Siedlungsnähe aus und verlieren die Scheu vor den Menschen.