Gas-Speicher nur noch 26 Prozent voll – Droht Deutschland der Winter-Schock?
Deutschlands Gasspeicher rutschen auf nur noch 26 Prozent. Der Winter ist noch nicht vorbei – und die Preise ziehen bereits an. Nun wächst die Kritik an Wirtschaftsministerin Reiche. Die Opposition warnt vor einem gefährlichen Spiel auf Zeit. Die Angst vor dem Winter-Schock wächst.
Die deutschen Gasspeicher leeren sich schneller als erwartet. Aktuellen Daten zufolge liegt der Füllstand nur noch bei rund 26 Prozent – ein weiterer massiver Rückgang innerhalb weniger Tage. Anfang Jänner waren es noch deutlich mehr als 50 Prozent.
Damit liegt Deutschland klar unter dem europäischen Durchschnitt – und der Winter ist noch lange nicht vorbei.
Immer mehr Druck auf Wirtschaftsministerin Reiche
Die Grünen attackieren Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). „Ein Mangel oder möglicher Engpass in der Versorgung, auch durch politisch unzuverlässige Staaten, muss ausgeschlossen werden“, heißt es in einem Grünen-Antrag für eine Sondersitzung. „Ministerin Reiche macht ihren Job nicht“, kritisiert Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner. „Das Ministerium wiegelt ab. Sie hoffen aufs Wetter, doch die Lage ist angespannt.“
Nun wollen die Grünen wissen, was die Ministerin unternimmt, um gut durch den Winter zu kommen. Kellner hat viele Fragen: „Wie plant die Ministerin die Regeln rasch anzupassen, um die Speicher wieder zu füllen? Und wie schätzt die Bundesregierung die Abhängigkeit von Trump bei LNG ein?“
Auch andere Fragen sorgen zurzeit für Debatten, etwa warum die Speicher im Sommer nicht stärker gefüllt wurden, und ob es Versäumnisse bei den Regeln gibt.
Behörden um Beruhigung bemüht
Die Bundesnetzagentur sieht offiziell keine akute Gefahr. Die Versorgung sei stabil. Speicherstände seien nicht mehr der alleinige Maßstab, da mittlerweile LNG-Terminals und norwegisches Pipelinegas die Lage absichern.
Doch niedrige Speicher bedeuten höhere Nervosität an den Märkten. Die Gaspreise sind zuletzt wieder gestiegen.
Was jetzt droht
Noch gibt es keinen Versorgungsengpass. Aber zwei Risiken bleiben: ein Preis-Schock für Haushalte und Industrie, und zweitens zusätzlicher Druck bei anhaltender Kälte.
Die zentrale Frage, um die sich alles dreht, lautet nun: Reicht ein Viertel Speicherfüllung – wenn der Winter noch einmal zubeißt?
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