Ein gestoppter Geldtransport, festgenommene ukrainische Bankbeamte und Vorwürfe von „Staatsterrorismus” durch Präsident Wolodymyr Selenskyj: Anfang März schlug der Fall eines Bargeld- und Goldtransports aus Wien international hohe Wellen. Nun zeigen parlamentarische Anfragen der FPÖ das ganze Ausmaß der Transporte erstmals auf. Demnach wurden seit 2022 Bargeld und Edelmetalle im Gesamtwert von mehr als 18,5 Milliarden Euro von Österreich in die Ukraine exportiert. Besonders auffällig ist, dass die Zahl der Transporte im Jahr 2025 massiv nach oben schnellte. Die Heute berichtete.
Millionen-Transport in Ungarn gestoppt
Auslöser der Debatte war ein spektakulärer Vorfall Anfang März. Zwei Fahrzeuge mit rund 80 Millionen Euro Bargeld und Goldbarren waren von Wien aus in Richtung Ukraine unterwegs, als sie auf einer Tankstelle von ungarischen Spezialeinheiten gestoppt wurden.
Die ungarischen Behörden beschlagnahmten die Ware, die ukrainischen Bankbeamten wurden festgenommen und später des Landes verwiesen. Daraufhin sprach der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einer „Geiselnahme“ und „Staatsterrorismus“. Er vermutete einen Zusammenhang mit den stockenden Reparaturen an der für Ungarn wichtigen Druschba-Pipeline.
Erst nach einigen Tagen wurde der Transport wieder freigegeben. Hinweise auf Geldwäsche sollen sich den Angaben zufolge nicht bestätigt haben.
FPÖ-Anfrage bringt Milliarden-Summe ans Licht
Politisch ist die Angelegenheit damit aber keineswegs beendet. Nachdem der Transport bekannt geworden war, stellte die FPÖ parlamentarische Anfragen an mehrere Ministerien. Besonders brisant war die Antwort aus dem Finanzministerium unter Markus Marterbauer (SPÖ).
Zunächst konnten viele Fragen wegen fehlender Zuständigkeit oder mangelnder Einbindung kaum beantwortet werden. Doch bei Frage 38 wurde es konkret. Die FPÖ wollte wissen: „Welche Gesamtsumme an Bargeld, Edelmetallen oder sonstigen Wertgegenständen wurde seit 2022 auf diesem Wege von Österreich in die Ukraine transportiert?” Da Bargeld- und Edelmetalltransporte im gewerblichen Verkehr zollrechtlich angemeldet werden müssen, liegen dazu genaue Zahlen vor.
Mehr als 1000 Bargeld-Transporte seit 2022
Seit 2022 wurden insgesamt 1.011 Bargeldtransporte angemeldet. Besonders auffällig ist das Jahr 2025: Allein in diesem Jahr gab es bereits 553 Anmeldungen. In den Jahren davor lag die Zahl jeweils nur zwischen 90 und 134.
Bis zum 11. März 2025 wurden bereits 102 Transporte registriert.
Insgesamt wurden auf diesem Weg laut Ministerium bisher 11,85 Milliarden Euro sowie zusätzlich 7,69 Milliarden US-Dollar von Österreich in die Ukraine transportiert. Dazu kommen noch Transporte von Edelmetallen. Davon gab es seit 2022 insgesamt 19 mit einem Wert von 87,86 Millionen Euro sowie weiteren 55,70 Millionen US-Dollar.
In Summe ergibt sich daraus ein Gesamtwert von exakt 18.504.846.872 Euro.

Kommentare
Lädt Kommentare...