230 rot beleuchtete Gebäude in Österreich – vom Bundeskanzleramt bis zur Hofburg – erinnerten am Red Wednesday an die am stärksten verfolgte Glaubensgemeinschaft der Welt. Im exxpressTV-Studio zeichnet Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio Österreich, ein düsteres Bild: „380 Millionen Christen leiden heute unter Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt.“ Vor sieben Jahren waren es noch 240 Millionen.

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Nigeria: „Dort findet tatsächlich ein Genozid statt“

Besonders schockierend ist die Lage in Nigeria. Wallner sagt offen: „Dort findet tatsächlich ein Genozid statt.“ Boko Haram, Fulani-Milizen und Stammeskonflikte verschmelzen zu einem tödlichen Mix: „Boko Haram ist eine brutale Mördertruppe. Religion, Banditentum und soziale Konflikte vermischen sich – das ist ganz hässlich.“

Auch im Kongo habe er Unfassbares gehört: „Im Osten des Kongos wurden 77 Christen ermordet. Kirchen werden niedergebrannt, Menschen mussten sich selbst ihr Grab schaufeln und wurden dann lebendig begraben.“ Dass westliche Medien dazu schweigen, empört ihn: „Es ist eine Blamage, dass es eines Donald Trump bedurfte, um endlich Aufmerksamkeit auf den Genozid zu lenken.“

Der US-Präsident hatte in einem auf Truth Social geteilten Video die Regierung in Nigeria wegen der Christenverfolgung scharf kritisiert.

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Syrien: „Der Islamische Staat hat faktisch gesiegt“

Auch der Nahe Osten brennt – im wahrsten Sinn. Wallner erinnert: „Wir haben oft die Vorstellung, der Nahe Osten sei immer islamisch gewesen. Das stimmt nicht.“ Jahrhunderte lang lebten Christen und Muslime Tür an Tür. Doch nun wendet sich das Blatt: „Syrien ist eine Katastrophe. Dort wollen alle weg – Christen wie Muslime.“

Die Machtverhältnisse in Syrien haben sich geändert. Zur Einordnung: Mit Ahmed al-Scharaa ist ein früherer Dschihadistenführer Präsident. Kirchenführer sagten Wallner offen: „Wir haben keine Hoffnung, weil der Islamismus so zunimmt.“ Die Hoffnungslosigkeit sei Treibstoff für Extremismus: „Diese Hoffnungslosigkeit führt dazu, dass sich fanatische religiöse Ideen ausbreiten.“ Besonders erschütternd: „Der Islamische Staat hat faktisch gesiegt durch den jetzigen Präsidenten.“

„Syrien ist eine Katastrophe“ – Wallner über Fanatisierung und Hoffnungslosigkeit.
„Syrien ist eine Katastrophe“ – Wallner über Fanatisierung und Hoffnungslosigkeit.

Islamismus weltweit auf dem Vormarsch

Wallner beschreibt, wie zuvor stabile Gesellschaften plötzlich kippen: „Wir beobachten weltweit, dass gewachsene friedliche Verhältnisse plötzlich auseinanderbrechen.“ Beispiel Pakistan: „Pakistan hat ein Rechtssystem. Dort gilt nicht die Scharia. Man kann viel erreichen.“ Doch es besteht ein gefährlicher Trend: „Frauen trugen früher kein Kopftuch – und plötzlich beginnen sie von sich aus damit.“

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China: „Der kommunistische Jesus ist ein brutaler Diktator“

Wallner schildert die Lage in der Volksrepublik China mit scharfen Worten: „Die Bibel wurde systematisch umgeschrieben – auch der Koran.“ Das Resultat: „Der kommunistische Jesus, der dort herauskommt, ist ein brutaler Diktator.“

Untergrundkirchen überleben nur dank Geheimnetzwerken: „Wir bringen Kelche in Wohnungen, damit die jungen Leute heimlich Messe feiern können.“ Und: „Apps sind das Wichtigste, um der staatlichen Kontrolle zu entkommen.“

„Der kommunistische Jesus ist ein brutaler Diktator“ – Wallner über Christen in China.
„Der kommunistische Jesus ist ein brutaler Diktator“ – Wallner über Christen in China.

Red Wednesday: „Wir blenden hier etwas aus“

Die Dimension der Verfolgung werde im Westen völlig unterschätzt: „Wir haben tausende Kirchen in Österreich – aber kaum jemand spricht über das Thema.“ Wallner warnt: „Wir blenden hier etwas aus. Das ist ein Angriff auf die Menschenrechte – in dem Fall auf uns Christen.“

„Wenn wir wegschauen, ist das eine schwere Sünde“

Wallners Appell an Österreich und Europa ist klar: „Wenn sich der Westen interessiert, hilft das enorm. Wenn wir aber wegschauen, ist das eine schwere Sünde.“ Missio kann mittlerweile mehr tun: „Wir können viermal mehr helfen als früher.“ Doch ohne Aufmerksamkeit werde sich nichts ändern: „Millionen Menschen sind in Verfolgung – nur deshalb, weil sie Christen sind.“

„Wenn sich der Westen mehr für Christenverfolgung interessiert, hilft das enorm“, unterstreicht Pater Karl Wallner.
„Wenn sich der Westen mehr für Christenverfolgung interessiert, hilft das enorm“, unterstreicht Pater Karl Wallner.

Social Media als neue Missionsfront

Über die sozialen Medien verbreiten Fanatiker zwar Hass – doch Wallner sieht darin vor allem Chancen: „Ein Medium ist neutral – du kannst es für Sodom und Gomorra nutzen oder für einen Gottesdienst.“

Christliche Influencer würden weltweit neue Energie freisetzen: „In den USA gehen die Erwachsenentaufen dramatisch in die Höhe.“ Und nicht nur dort: „In Frankreich gab es 18.000 junge Erwachsenentaufen in der Osternacht 2025.“ Auch Österreich ist mitten in der digitalen Wende: „In jedem Kloster gibt es heute Mönche auf TikTok.“

Wallners Schluss: „Die sozialen Medien sind ein Tor zur Hölle – aber wir müssen sie als Tor zum Himmel nutzen.“

Pater Karl Wallner (r.) gibt im exxpressTV offen zu: „Ich bin ein Fan von neuen Medien.“
Pater Karl Wallner (r.) gibt im exxpressTV offen zu: „Ich bin ein Fan von neuen Medien.“